06.07.2019, 11:43 Uhr

Lübtheen (AFP) Letzte Bewohner am Rande von Truppenübungsplatz Lübtheen dürfen nach Hause

Wasserwerfer spritzt Wasser in den Wald. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Bodo Marks (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Bodo Marks)Wasserwerfer spritzt Wasser in den Wald. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Bodo Marks (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Bodo Marks)

Waldbrand nach knapp einer Woche von Ortsrändern zurückgedrängt

Knapp eine Woche nach Ausbruch des Waldbrands dürfen auch die Einwohner des letzten evakuierten Ortes am Rande des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern nach Hause. Auch die Evakuierung von Alt Jabel wurde am Samstagmorgen aufgehoben, wie der Landkreis Ludwigslust-Parchim auf seiner Internetseite mitteilte. Seit dem vergangenen Sonntag waren vier Ortschaften mit insgesamt etwa 650 Einwohnern geräumt worden.

Die 260 Bewohner von Alt Jabel durften am Samstag wieder in ihre Häuser zurückkehren. Das Feuer konnte von den Einsatzkräften auf eine Entfernung von tausend Metern zum Ortsrand zurückgedrängt werden.

Nach Angaben der Einsatzleitung wurde der größte Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns auf ein Areal von 560 Hektar eingedämmt. Zwischenzeitlich standen 1200 Hektar in Flammen. Auf dem betroffenen Areal befinden sich demnach noch große Glutnester, die teilweise noch aufflackern können.

Die Gefahr eines Übergreifens des Brandes auf Ortschaften bestand nach Einschätzung des zuständigen Katastrophenschutzes nicht mehr. Allerdings bat die Einsatzleitung weiter darum, das Gebiet um Lübtheen weiträumig zu umfahren, wie es auf der Website des Landkreises hieß. Landrat Stefan Sternberg ging davon aus, dass der Katastrophenfall am Montag für beendet erklärt werden könne.

Die Bundeswehr wollte sich am Wochenende aus dem Einsatzgebiet zurückziehen. Sie hatte den Einsatz mit Löschhubschraubern, Bergungspanzern und Versorgungstrupps unterstützt und unter anderem Schneisen in das von Alt-Munition kontaminierte Gelände geschlagen. Auch am Samstag waren insgesamt noch 2000 Einsatzkräfte von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehren, THW, Rettungsdiensten und anderen Einrichtungen vor Ort.

Feuerexperten warnten derweil, Deutschland sei nicht ausreichend auf die steigende Gefahr durch Wald- und Landschaftsbrände vorbereitet. In einem Papier an den Bundestag, das dem ARD-Politikmagazin "Report Mainz" vorlag, schreibt das Global Fire Monitoring Center (GFMC), die zuständigen Stellen hätten insgesamt unzureichende Kapazitäten für die Bekämpfung von Wald- und Landschaftsbränden vorgesehen.

"Im Hinblick auf Ausrüstung, Ausbildung, taktisches Wissen bei der Bekämpfung von Landschaftsbränden sind wir nicht richtig aufgestellt", sagte der GFMC-Leiter Johann Goldammer laut Vorabmeldung in der Sendung "Report Mainz", die am Dienstag ausgestrahlt wird.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) räumte gegenüber "Report Mainz" ein, Deutschland sei nicht gut genug vorbereitet. "Wir werden in den nächsten Monaten eine Strategie entwickeln, dass wir die verschiedenen Beteiligten mit ihren Verantwortlichkeiten so zusammenführen, dass wir in absehbarer Zeit sagen können, wir sind hier als Bundesrepublik Deutschland gut", sagte Seehofer.


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