02.07.2019, 12:59 Uhr

Brüssel (AFP) Kreise: Macron schlägt von der Leyen für EU-Kommissionsspitze vor

Wird sie neue EU-Kommissionspräsidentin? Ursula von der Leyen. Quelle: dpa/AFP/Swen Pförtner (Foto: dpa/AFP/Swen Pförtner)Wird sie neue EU-Kommissionspräsidentin? Ursula von der Leyen. Quelle: dpa/AFP/Swen Pförtner (Foto: dpa/AFP/Swen Pförtner)

CSU-Politiker Weber und Sozialdemokrat Timmermans scheinen aus dem Rennen

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist für die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Gespräch. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron habe sie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeschlagen, hieß es am Dienstag von EU-Diplomaten in Brüssel. Die 60-jährige von der Leyen wäre die erste Frau an der Spitze der mächtigen Brüsseler Kommission.

Ein neues mögliches Personaltableau sieht laut einem Diplomaten von der Leyen als Kommissionschefin vor. Der amtierende belgische Regierungschef Charles Michel von den Liberalen könnte demnach neuer EU-Ratspräsident werden. Der bisherige EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic aus der Slowakei ist als Außenbeauftragter im Gespräch. Er steht den Sozialdemokraten nahe. Die spanische Sozialistin Iratxe Garcia Pérez könnte neue Parlamentspräsidentin werden.

Mit der Option einer Frau an der Kommissionsspitze werde in Brüssel versucht, die Blockade beim EU-Gipfel aufzulösen, hieß es. Damit könnte dem Europaparlament laut Diplomaten der Verzicht auf die Forderung schmackhaft gemacht werden, einer der Spitzenkandidaten bei der Europawahl vor fünf Wochen solle neuer Kommissionschef werden.

Der CSU-Politiker Manfred Weber als Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) wäre damit ebenso aus dem Rennen wie der Sozialdemokrat Frans Timmermans aus den Niederlanden. Ihn hatte Merkel vor dem Gipfel gemeinsam mit Frankreich und Spanien für die Kommissionsspitze ins Gespräch gebracht. Gegen den Plan gibt es aber massiven Widerstand in der EVP und von osteuropäischen Ländern.

Für den Chefposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) brachte Macron die französische Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde ins Gespräch, wie EU-Diplomaten weiter sagten. Merkel sei nicht gegen diesen Vorschlag.

Die Kanzlerin und Macron hatten sich vor dem dritten Gipfeltag getroffen, um Optionen zu sondieren. Der für 11.00 Uhr geplante Beginn des Gipfels verzögerte sich wegen der Vorgespräche um mehrere Stunden. Laut einem Ratssprecher sollte er nun um 15.15 Uhr beginnen.


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