30.06.2019, 10:50 Uhr

Henstedt-Ulzburg (AFP) Sayn-Wittgenstein trotz Ausschlussverfahrens erneut AfD-Chefin in Schleswig-Holstein

Die AfD-Politikerin Sayn-Wittgenstein. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Markus Scholz (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Markus Scholz)Die AfD-Politikerin Sayn-Wittgenstein. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Markus Scholz (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Markus Scholz)

64-Jährige erhält 57 Prozent

Trotz des vom AfD-Bundesvorstand angestrebten Parteiausschlusses ist Doris von Sayn-Wittgenstein am Samstag erneut zur Landesvorsitzenden in Schleswig-Holstein gewählt worden. Die 64-Jährige setzte sich auf einer Mitgliederversammlung in Henstedt-Ulzburg mit 57 Prozent gegen Christian Waldheim durch, der dem gemäßigten Flügel der AfD zugerechnet wird. Der AfD-Bundesvorstand will Sayn-Wittgenstein wegen der mutmaßlichen Unterstützung eines vom thüringischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Vereins ausschließen.

Im Dezember war sie wegen des Vorwurfs bereits von der AfD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag ausgeschlossen worden, danach legte sie selbst ihr Amt als Landesvorsitzende nieder - das sie nun wieder innehat. Sie sei "aus Überzeugung und Verantwortungsgefühl wieder angetreten", sagte Sayn-Wittgenstein in ihrer Bewerbungsrede.

Das Landesschiedsgericht Schleswig-Holstein hatte Ende April einen Antrag des AfD-Bundesvorstands auf Parteiausschluss abgewiesen. Der Bundesvorstand hatte daraufhin angekündigt, das Bundesschiedsgericht in der Sache anrufen zu wollen. Auf einem AfD-Bundesparteitag im Dezember 2017 hatte das Lager um den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke überraschend die damals kaum bekannte Sayn-Wittgenstein ins Rennen um den Bundesvorsitz der AfD geschickt. Sie war nur ganz knapp gescheitert.


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