29.06.2019, 09:16 Uhr

Osaka (AFP) USA und China wollen in Handelsstreit wieder aufeinander zugehen

Trump und Xi (r.) beim G20-Gipfel in Osaka. Quelle: AFP/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Brendan Smialowski)Trump und Xi (r.) beim G20-Gipfel in Osaka. Quelle: AFP/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Brendan Smialowski)

Wiederaufnahme von Gesprächen und vorerst keine neuen Strafzölle

Im Handelsstreit zwischen den USA und China wollen beide Seiten wieder aufeinander zugehen. "Wir sind wieder auf dem richtigen Kurs", sagte US-Präsident Donald Trump am Samstag nach einem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping beim G20-Gipfel im japanischen Osaka. "Wir werden weiter verhandeln", fügte er hinzu und bestätigte zugleich, dass die USA vorerst keine weiteren Strafzölle auf Waren aus China erheben wollen.

Trump sprach von einem "ausgezeichneten" Treffen mit Xi. Er sei bereit für ein "historisches" Abkommen, sagte Trump. Xi betonte, "Dialog" sei besser als Konfrontation.

Beide Seiten hatten bereits zum Auftakt des Gesprächs versöhnliche Töne angeschlagen. Noch kurz vor dem Gipfel hatte allerdings Trump gesagt, Chinas Wirtschaft breche zusammen, weshalb das Land eine Einigung wolle.

Washington und Peking befinden sich seit mehr als einem Jahr in einem erbitterten Handelsstreit, in dem sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt gegenseitig mit hohen Strafzöllen überziehen. Die Streitigkeiten der beiden größten Volkswirtschaften der Welt belasten die ohnehin schwache Weltwirtschaft.

Neue Strafzölle sind aber nach dem Treffen in Osaka vorerst vom Tisch. "Zumindest bis auf Weiteres" werde Washington keine neuen Zölle erheben, sagte Trump bei einer Pressekonferenz.

Die Gespräche zwischen Trump und Xi in Osaka fanden hinter verschlossenen Türen statt, konkrete Details wurden zunächst nicht bekannt. Trump bestätigte allerdings, dass auch das heikle Thema rund um den chinesischen Telekommuniationskonzern Huawei angesprochen wurde. Eine Lösung könne es aber möglicherweise erst zum Ende der Verhandlungen geben.

Die US-Regierung hat den Netzwerkausrüster als Risiko für die nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten eingestuft. US-Firmen dürfen de facto keine Ausrüstung von Huawei kaufen. Sie dürfen ihre Produkte außerdem nicht mehr ohne Erlaubnis an den chinesischen Konzern verkaufen. China drängt Medienberichten zufolge auf eine Aufhebung der Beschränkungen im Rahmen einer Einigung im Handelsstreit.

Das Treffen in Osaka wurde weitgehend positiv bewertet. Beobachter hatten im Vorfeld die Einschätzung getroffen, ein Durchbruch im Handelsstreit sei eher unwahrscheinlich. Eine Art Waffenstillstand, um die ausgesetzten Verhandlungen wieder aufzunehmen, dagegen sei ein positiver Schritt.


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