29.06.2019, 12:36 Uhr

Osaka (AFP) Trump bietet Kim Treffen in entmilitarisierter Zone an

Kim und Trump in Hanoi. Quelle: AFP/Archiv/Saul LOEB (Foto: AFP/Archiv/Saul LOEB)Kim und Trump in Hanoi. Quelle: AFP/Archiv/Saul LOEB (Foto: AFP/Archiv/Saul LOEB)

US-Präsident will "einfach Hallo sagen"

US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un überraschend ein Treffen in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea angeboten. Bei einem Besuch in Südkorea an diesem Wochenende könnte er Kim im Grenzgebiet zwischen den beiden Staaten treffen, "einfach um ihm die Hand zu schütteln und Hallo zu sagen", schrieb Trump am Samstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Der US-Präsident hielt sich zum G20-Gipfel im japanischen Osaka auf und traf am Abend in Südkorea ein. Die per Twitter ausgesprochene Einladung für ein Treffen kam für alle Seiten überraschend. In einer ersten Reaktion nannte die nordkoreanische Regierung den Vorschlag "interessant". Pjöngjang sei von den USA bislang aber nicht offiziell deswegen kontaktiert worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Vize-Außenminister Choe Son Hui.

Sollte das Treffen im Grenzgebiet tatsächlich wie von Trump angeregt stattfinden, wäre es "eine weitere bedeutungsvolle Gelegenheit, die persönlichen Beziehungen zwischen den beiden Staatschefs zu vertiefen und die bilateralen Beziehungen voranzutreiben", erklärte Choe.

Bei einem ersten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Juni 2018 in Singapur hatte Nordkorea grundsätzlich einer Denuklearisierung zugestimmt. Konkrete Schritte wurden damals aber nicht vereinbart. Ein zweiter Gipfel in Hanoi im Februar scheiterte, da es keinerlei Annäherung gab; seither herrscht in den Atomgesprächen zwischen Washington und Pjöngjang Stillstand.

Der US-Politikwissenschaftler Ankit Panda kommentierte Trumps Äußerung auf Twitter mit der Einschätzung, bei einem neuerlichen Treffen zwischen Trump und Kim seien bestenfalls Fortschritte in Fragen zu erwarten, die nicht die atomare Abrüstung beträfen.

Trump sagte in Osaka, er habe "kein Problem" damit, seinen Fuß auf nordkoreanischen Boden zu setzen. "Sicherlich würde ich. Ich fände das sehr angenehm. Ich hätte kein Problem damit", antwortete Trump auf eine entsprechende Frage. Dies wäre eine weitere spektakuläre Geste in den seit Jahrzehnten angespannten Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang.

In der entmilitarisierten Zone hatten sich Südkoreas Präsident Moon Jae In und Kim im April vergangenen Jahres zu einem ersten Gipfel getroffen, was als weiteres Zeichen des diplomatischen Tauwetters zwischen den beiden verfeindeten Nachbarstaaten gewertet wurde.

Der Konflikt um das Atomprogramm des weitgehend isolierten nordkoreanischen Staates beschäftigt die internationale Staatengemeinschaft seit langem. Trump warf die diplomatischen Gepflogenheiten seiner Amtsvorgänger über den Haufen, indem er sich ohne Umschweife direkt mit dem Machthaber aus Pjöngjang traf.


0 Kommentare