26.06.2019, 08:08 Uhr

Berlin (AFP) Ökostrom-Anteil steigt auf neuen Halbjahresrekord

Windräder in der Ostsee. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)Windräder in der Ostsee. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)

Ein Grund ist "Windrekord" im März

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Deckung des Stromverbrauchs ist in den ersten sechs Monaten auf einen neuen Halbjahresrekord gestiegen. Der Anteil von Wind, Sonne und anderen regenerativen Quellen betrug 44 Prozent, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Mittwoch mitteilte. Ein Grund seien die außergewöhnlichen Witterungsverhältnisse: Im März gab es demnach einen Windrekord, auch in den übrigen Monaten lagen die Winderträge durchgängig über den langjährigen Durchschnittswerten.

Die Windkraft an Land war mit 55,8 Milliarden Kilowattstunden (kWh) wie auch im ersten Halbjahr 2018 der größte Erzeuger von Ökostrom, wie der BDEW weiter mitteilte. Die höchste Zuwachsrate im Vorjahresvergleich mit 30 Prozent auf zwölf Milliarden kWh habe die Windkraft vor den Küsten erzielt. Aus sonstigen Erneuerbaren Energien, dazu zählen vor allem Biomasse und Wasserkraft, stammten 36,7 Milliarden kWh.

Der Bundesverband Solarwirtschaft teilte mit, die mehr als 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland hätten rund 24,5 Milliarden kWh geliefert. Solarenergie sichere damit rund acht Prozent des Stromverbrauchs.

"Der Ökostrom-Rekord ist eine erfreuliche Momentaufnahme, darf aber nicht über die tieferliegenden strukturellen Probleme hinwegtäuschen", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. "Bei einem Weiter-so landen wir 2030 bei lediglich 54 Prozent Erneuerbare Energien." Um das für den Klimaschutz notwendige 65-Prozent-Ziel der Bundesregierung zu erreichen, müssten Hemmnisse aus dem Weg geräumt werden. Dazu zählten die Flächenbeschränkungen für Photovoltaik- und Windkraftanlagen an Land sowie die Ausbau-Deckel für Offshore-Anlagen.

Der BDEW stützte sich neben eigenen auch auf Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). ZWS-Vorstandsmitglied Frithjof Staiß forderte "dringend einen stärkeren Ausbau der Erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz", um das Klimaschutzziel 2030 zu erreichen.


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