25.06.2019, 00:21 Uhr

London (AFP) Boris Johnson setzt in Brexit-Streit auf "Kooperation" der EU

Boris Johnson. Quelle: AFP/Archiv/Oli SCARFF (Foto: AFP/Archiv/Oli SCARFF                          )Boris Johnson. Quelle: AFP/Archiv/Oli SCARFF (Foto: AFP/Archiv/Oli SCARFF )

Ex-Außenminister verweigert in TV-Interview erneut Erklärung zu privatem Streit

Der britische Ex-Außenminister Boris Johnson, der als Favorit für das Amt des Premierministers gilt, setzt im Brexit-Streit auf eine "Kooperation" der EU. Johnson äußerte sich am Montagabend im Sender BBC zur Möglichkeit eines Brexits ohne Abkommen mit der EU am 31. Oktober. Großbritannien werde dann auf keinen Fall Grenzkontrollen und eine "harte Grenze" zwischen Nordirland und Irland einrichten.

"Natürlich hängt das nicht nur von uns ab", sagte der Brexit-Hardliner weiter. "Das hängt auch von der anderen Seite ab. Es gibt ein sehr wichtiges Element: jenes der Gegenseitigkeit und der Kooperation." Die Frage der künftigen Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und der britischen Provinz Nordirland ist einer der Hauptstreitpunkte im Ringen um den Brexit.

Johnson sprach sich auch für eine Übergangsphase nach einem EU-Austritt seines Landes aus. Das zwischen der scheidenden Premierministerin Theresa May und der EU ausgehandelte Austrittsabkommen sieht eine solche Übergangsphase vor. Johnson hält das mehrfach im britischen Parlament gescheiterte Abkommen allerdings für "tot".

Im BBC-Interview lehnte es Johnson wie bereits zuvor ab, sich zu einem lautstarken Streit mit seiner Lebensgefährtin zu äußern. Es sei schon seit Jahren eine Regel für ihn, nicht über Dinge zu sprechen, die mit seiner Familie zu tun hätten, sagte der frühere Bürgermeister von London. Es wäre "unfair", sie in politische Angelegenheiten "hineinzuziehen".

Johnson steht derzeit wegen des privaten Streits, der in der Nacht zum Freitag die Polizei auf den Plan gerufen hatte, stark unter Druck. Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, nachdem in der Wohnung im Süden Londons Schreie und Türenknallen zu hören waren. Johnsons Rivale im Rennen um Mays Nachfolge, Außenminister Jeremy Hunt, rief Johnson am Montag auf, kein "Feigling" zu sein und sich Fragen zu dem Vorfall zu stellen.

Johnson gilt als Favorit im Rennen um den Posten des Parteichefs der konservativen Tories und damit für den des Premierministers. Gegen den amtierenden Außenminister Hunt tritt er in einer Urwahl der Tory-Parteibasis an.


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