24.06.2019, 03:02 Uhr

Berlin (AFP) IG Metall pocht vor Autogipfel auf klare Festlegungen zu E-Mobilität

Auto auf einer Bundesstraße. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Marcel Kusch (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Marcel Kusch)Auto auf einer Bundesstraße. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Marcel Kusch (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Marcel Kusch)

Gewerkschaftschef Hofmann: "Nicht um den heißen Brei herumreden"

Vor dem Autogipfel im Kanzleramt hat IG-Metall-Chef Jörg Hofmann auf klare Festlegungen zur E-Mobilität gepocht. "Wir erwarten, dass beim Autogipfel nicht um den heißen Brei herumgeredet wird", sagte Hofmann den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Montagsausgaben). "Es muss endlich entschieden werden, wie wir bei wichtigen Themen wie dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos oder bei der Batteriezellfertigung in Deutschland vorankommen."

Es sei Zeit, endlich ein flächendeckendes Schnelllade-Netz zu schaffen, sagte Hofmann weiter. "Das Zielbild ist: Jedes E-Auto kann künftig in wenigen Minuten an jeder Tankstelle aufgeladen werden. Das erfordert Investitionen in die Stromnetze."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für Montagabend zur Diskussion über die Zukunft der Autoindustrie in Deutschland ins Kanzleramt geladen. Die Runde besteht aus Spitzenvertretern der Autobranche und von Gewerkschaften, mehreren Ministern sowie den Spitzen von Union und SPD. Schwerpunkte sind die technischen Herausforderungen für die Branche wie Elektromobilität und Roboterautos sowie der damit verbundene Wandel der Arbeit.

Die Autoindustrie steht unter Druck: Ihre Gewinne sinken, gleichzeitig muss sie viel Geld in Zukunftstechnologien investieren, und die Anforderungen aufgrund neuer Emissionsvorschriften steigen. Die Branche hofft daher auf Unterstützung durch die Politik.

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, warb vor dem Treffen für ein Miteinander von Politik und Wirtschaft. "Die Transformation der Mobilität ist eine Gemeinschaftsaufgabe, für die Politik und Industrie gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen", schreibt Mattes in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" (Montagsausgabe). "Wir brauchen eine Koordinierung der Aktivitäten in den Bereichen Strom, Netze, Verkehr und Digitalisierung." Schuldzuweisungen würden hingegen nicht weiterführen.


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