18.06.2019, 06:29 Uhr

Peking (AFP) China warnt USA vor Öffnung der "Pandora-Büchse" in Nahost-Region

Chinas Außenminister Wang. Quelle: POOL/AFP/FRED DUFOUR (Foto: POOL/AFP/FRED DUFOUR)Chinas Außenminister Wang. Quelle: POOL/AFP/FRED DUFOUR (Foto: POOL/AFP/FRED DUFOUR)

Außenminister: Teheran sollte Atomabkommen nicht "leichtfertig" aufgeben

Angesichts der verschärften Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat China beide Länder zur Zurückhaltung aufgefordert. "Wir rufen alle Parteien auf, vernünftig zu bleiben", sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Dienstag in Peking. Es dürfe keine "Pandora-Büchse" geöffnet werden, sagte Wang mit Blick auf die am Vortag von den USA angekündigte Entsendung von weiteren tausend Soldaten in die Nahost-Region.

Der chinesische Außenminister forderte zugleich die iranische Regierung auf, das 2015 unterzeichnete Atomabkommen nicht "leichtfertig" aufzugeben. Die iranische Atomenergiebehörde hatte am Montag angekündigt, das Land werde noch im Juni die in der Vereinbarung festgelegte Menge von angereichertem Uran überschreiten. Damit erhöhte Teheran den Druck auf die Europäer, mehr für die Umsetzung der wirtschaftlichen Seite des Atomabkommens zu tun.

Die USA und der Iran sollten "zurückhaltend" bleiben und "nicht irgendwelche Maßnahmen ergreifen, um eine Eskalation der Spannungen in der Region zu provozieren", sagte Wang bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem syrischen Außenminister Walid Muallem. "Vor allem die Vereinigten Staaten sollten ihre Praxis des extremen Drucks ändern", sagte er.

Zuletzt verschärften mutmaßliche Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Der japanische Tanker "Kokuka Courageous" und die "Front Altair" aus Norwegen hatten am Donnerstag im Golf von Oman Notrufe abgesetzt, nachdem es bei beiden Schiffen an der Wasserlinie Explosionen gegeben hatte. US-Präsident Donald Trump wies Teheran die Verantwortung zu. Am Montag veröffentlichten die USA neue Bilder, welche die Verantwortung des Iran für die Attacken belegen sollen. Iran weist die Anschuldigungen zurück.

Die Vorfälle ereigneten sich einen Monat nach mutmaßlichen Sabotageakten gegen vier Schiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Auch in diesen Fällen machten die USA den Iran verantwortlich - und Teheran wies dies ebenfalls zurück. Die USA hatten zuvor ihre Truppen in der Golfregion unter Verweis auf eine angebliche Bedrohung durch den Iran massiv verstärkt.


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