17.06.2019, 09:28 Uhr

Leipzig (AFP) Görlitzer Wahlsieger Ursu fordert "klare Kante gegen die AfD"

Afd-Kandidat Wippel gratuliert Wahlsieger Ursu (r.). Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert)Afd-Kandidat Wippel gratuliert Wahlsieger Ursu (r.). Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert)

CDU-Politiker und neuer Oberbürgermeister hält AfD nicht für mehrheitsfähig

Der CDU-Politiker Octavian Ursu hat nach seinem Wahlsieg bei der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz "klare Kante gegen die AfD" gefordert. "Das muss das Motto der CDU im anstehenden sächsischen Wahlkampf sein", sagte Ursu am Montag im Bayerischen Rundfunk. Sein Sieg über den AfD-Kandidaten zeige, "dass die AfD keine Mehrheit zustande bringen kann - und dass die CDU durchaus verschiedene Koalitionen zustande bringen kann".

Ursu hatte sich am Sonntag bei der Oberbürgermeisterwahl im ostsächsischen Görlitz klar gegen den AfD-Kandidaten Sebastian Wippel durchgesetzt. Ursu erreichte im zweiten Wahlgang 55,2 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor Wippel, der auf 44,8 Prozent kam. Somit zerschlugen sich die Hoffnungen der AfD, erstmals in Deutschland einen Oberbürgermeister zu stellen.

"Wir haben mit Themen im Wahlkampf geworben, die die AfD nicht zu bieten hat: Offenheit, offene Gesellschaft, Europastadt - das war die richtige Strategie", sagte Ursu im BR. Nach der Wahl will der 51-jährige gebürtige Rumäne nun "zur Normalität" zurückkehren.

Im Nachrichtenradio MDR Aktuell betonte Ursu, das Wahlergebnis zeige, "dass eine Mehrheit in der Gesellschaft keine AfD-Mehrheit wünscht". Er wolle Oberbürgermeister aller Görlitzer sein und werde daher mit den unzufriedenen Bürgern reden. Allerdings wolle er sich Mehrheiten nicht bei der AfD suchen, weil er "mit verschiedenen Aussagen aus AfD-Richtung nicht einverstanden" sei.

Die Wahl war deutschlandweit und teils auch im Ausland mit großem Interesse verfolgt worden. AfD-Kandidat Wippel hatte im ersten Wahlgang vor drei Wochen noch die meisten Stimmen unter allen vier Bewerbern geholt, allerdings wurde ein zweiter Wahlgang nötig. Grüne und Linkspartei hatten zuvor verzichtet, noch einmal mit ihren Kandidatinnen anzutreten, und indirekt, aber auch teils offen für eine Unterstützung des CDU-Kandidaten geworben.

Die Oberbürgermeisterwahl wurde auch als Stimmungstest für die Landtagswahl im Freistaat gewertet. Jüngsten Umfragen zufolge könnte die AfD bei der Wahl stärkste Kraft in Sachsen werden. Die derzeitige Landesregierung von CDU und SPD hat momentan laut Umfragen keine Mehrheit mehr.


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