14.06.2019, 14:13 Uhr

Istanbul (AFP) Ehefrau von türkischem Journalisten Can Dündar hat Türkei verlassen

Can Dündars Ehefrau hat die Türkei verlassen. Quelle: AFP/Archiv/OZAN KOSE (Foto: AFP/Archiv/OZAN KOSE)Can Dündars Ehefrau hat die Türkei verlassen. Quelle: AFP/Archiv/OZAN KOSE (Foto: AFP/Archiv/OZAN KOSE)

Behörden hatten ihren Pass nach Prozess gegen Ehemann eingezogen

Die Ehefrau des türkischen Journalisten Can Dündar hat nach drei Jahren unter Ausreisesperre die Türkei verlassen können. Dilek Türker Dündar sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, sie habe die Türkei "in den vergangenen Tagen" verlassen und sei nun in Berlin mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn. Sie habe ihren Mann sei drei Jahren und ihren Sohn, der in London studiert, seit dreieinhalb Jahren nicht gesehen.

Wie sie ohne ihren Pass nach Deutschland reisen konnte, wollte sie nicht sagen. "Wie ich die Türkei verlassen habe, ist eine lange Geschichte, doch ist es meine Geschichte", sagte Dündar. "Lasst uns nur sagen, dass ich die Türkei ohne meinen Pass verlassen habe." Sie habe gemischte Gefühle, denn es sei schwer gewesen, ihre Heimat zu verlassen. Doch mache es sie froh, wieder mit ihrer Familie vereint zu sein.

Can Dündar bezeichnete seine Ehefrau als "die Heldin dieses Abenteuers". "Wir sind endlich wieder vereint, ich bin sehr glücklich", sagte der frühere Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet", der seit drei Jahren im Exil in Deutschland lebt. Seiner Frau war der Pass abgenommen worden, nachdem er im Mai 2016 in Istanbul wegen Geheimnisverrats zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden war.

Seine Frau schrieb am Freitagnachmittag im Kurzmitteilungsdienst Twitter, "seit drei Jahren war mir mein Recht zu reisen genommen und mein Pass widerrechtlich konfisziert, obwohl es keine Ermittlungen gegen mich gab". Sie habe alle möglichen rechtlichen Schritte versucht, doch ohne Erfolg. Seit zwei Jahren habe das Verfassungsgericht nicht einmal ihren Fall auf die Agenda gesetzt, kritisierte die Ökonomin.

Sie habe auf das Gesetz vertraut und dafür den Preis durch die Trennung von ihrer Familie gezahlt, schrieb sie. Daher habe sie nun "von meinem mütterlichen Recht Gebrauch gemacht und meine Familie wiedergetroffen". Dazu veröffentlichte sie ein Foto, dass sie auf einer nächtlichen Straße in einer europäischen Stadt mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn zeigt.


0 Kommentare