14.06.2019, 12:19 Uhr

London (AFP) Britisches Gericht verhandelt erst ab Ende Februar über Auslieferung von Assange

Julian Assange am 1. Mai. Quelle: AFP/Archiv/Daniel LEAL-OLIVAS (Foto: AFP/Archiv/Daniel LEAL-OLIVAS)Julian Assange am 1. Mai. Quelle: AFP/Archiv/Daniel LEAL-OLIVAS (Foto: AFP/Archiv/Daniel LEAL-OLIVAS)

Wikileaks-Gründer bei Anhörung in London per Video zugeschaltet

Ein britisches Gericht wird erst ab Ende Februar über eine Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange an die USA verhandeln. Richterin Emma Arbuthnot teilte am Freitag nach einer Anhörung in London mit, die Verhandlung zum Auslieferungsgesuch der USA werde am 25. Februar beginnen und mindestens fünf Tage dauern. Assange war bei der Anhörung vom Gefängnis aus per Video zugeschaltet.

Assange war im April in London verhaftet worden und sitzt in Großbritannien nun eine fast einjährige Gefängnisstrafe wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen ab. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London verschanzt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen aus dem Jahr 2010 zu entgehen. Ein schwedisches Gericht hatte in der vergangenen Woche keinen neuen Haftbefehl gegen den Wikileaks-Gründer ausgestellt.

In den USA ist Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Sollte er in allen 18 Anklagepunkten für schuldig befunden werden, könnten ihm bis zu 175 Jahre Gefängnis drohen. Der Wikileaks-Gründer hatte angekündigt, sich dagegen mit allen juristischen Mitteln wehren zu wollen.

Bei der Anhörung am Freitag sagte Assange: "175 Jahre meines Lebens stehen gewissermaßen auf dem Spiel." Wikileaks sei "nur ein Herausgeber", fügte der 47-jährige Australier hinzu, der vom Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Südosten von London zugeschaltet war.

Assanges Anwalt Mark Summers sagte, im dem Auslieferungsverfahren müssten eine "Vielzahl tiefgreifender Fragen" behandelt werden. Das Auslieferungsgesuch der USA sei ein "ungeheuerlicher und frontaler Angriff auf die Rechte von Journalisten".


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