07.06.2019, 16:50 Uhr

New York (AFP) Nasa will ab kommendem Jahr Urlaub auf der ISS anbieten

Internationale Raumstation. Quelle: NASA/AFP/Archiv/HO (Foto: NASA/AFP/Archiv/HO)Internationale Raumstation. Quelle: NASA/AFP/Archiv/HO (Foto: NASA/AFP/Archiv/HO)

Bis zu zwölf Privatbesucher pro Jahr - 58 Millionen Dollar für Hin- und Rückflug

Urlaub unter Sternen: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will die Internationale Raumstation (ISS) für Touristen öffnen. Ab dem kommenden Jahr solle es eine "kommerzielle" Nutzung der ISS für Weltraumtouristen geben, kündigte Nasa-Finanzvorstand Jeff DeWitt am Freitag in New York an. So könnten jährlich rund ein Dutzend Privat-Astronauten an Bord der Raumstation ihre Ferien verbringen. Allein für Hin- und Rückflug sind 58 Millionen Dollar fällig.

Die Nasa wolle bis zu "zwei kurze Missionen pro Jahr für Privat-Astronauten" genehmigen, erklärte die für die ISS zuständige Nasa-Vertreterin Robyn Gatens. Die Aufenthalte auf der ISS könnten bis zu 30 Tage dauern. Die Touristen sollen von zwei Anbietern auf die Raumstation gebracht werden, die derzeit Raumkapseln für die Nasa entwickeln: das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk und der US-Flugzeugbauer Boeing.

Deren Raumkapseln Crew Dragon und Starliner sollen laut Plan Ende 2019 einsatzbereit sein. Allerdings stehen noch wichtige Tests aus. 2020 ist somit der frühestmögliche Starttermin für Privat-Astronauten.

Die beiden Unternehmen wählen die Weltraumtouristen aus. Hin- und Rückflug sollen rund 58 Millionen Dollar (51 Millionen Euro) kosten. Für das Leben an Bord der Raumstation müssen die Urlauber laut DeWitt rund 35.000 Dollar täglich bezahlen. In dem Preis seien Lebensmittel, Wasser und die lebenserhaltende Systeme inbegriffen. Internet kostet extra: pro Gigabyte sind 50 Dollar fällig.

Die Touristen müssen zudem die gesamte Zeit über an Bord bleiben. Ein Weltraumspaziergang ist nicht vorgesehen.

Zusätzlich will die Nasa nach eigenen Angaben ihren Teil der ISS für Unternehmen öffnen, die dort forschen oder Marketing betreiben möchten. Dies gilt etwa für Start-Ups, die Produkte in der Schwerelosigkeit testen wollen.

Mit der Zeit sollen Firmen aus dem Privatsektor die ISS ganz übernehmen. Die USA wollen die Raumstation nur noch bis Ende des kommenden Jahrzehnts finanzieren. Die NASA will die ISS dann nur noch mieten. Die freiwerdenden Mittel sollen stattdessen in die Mond- und Mars-Missionen gesteckt werden.

Die ISS gehört nicht der Nasa, sondern wurde in Zusammenarbeit mit Russland ab 1998 gebaut. Weitere Länder beteiligen sich an den Missionen und schickten Astronauten zur ISS, darunter der Deutsche Alexander Gerst. Die USA hatten jedoch einen Großteil der Konstruktionskosten bezahlt und kümmern sich im Wesentlichen um den Unterhalt.

Künftige Nasa-Touristen werden allerdings nicht die ersten privaten Urlauber auf der ISS sein. Ihnen kam bereits im Jahr 2001 der US-Unternehmer Dennis Tito zuvor. Er bezahlte damals 20 Millionen Dollar für den Trip an Russland. Ihm folgten weitere Touristen.

Seit 2011 konnten Astronauten nur noch mit russischen Sojus-Raketen zur ISS fliegen - Urlauber nahmen diese seither nicht mehr mit. Russland kündigte jedoch bereits an, ab 2021 wieder Weltraumtouristen mit Sojus-Raketen zu befördern.


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