03.06.2019, 13:44 Uhr

Bonn (AFP) Briefporto steigt ab Juli auf 80 Cent - Postkarte kostet dann 60 Cent

Mann an einem Briefkasten. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Monika Skolimowska (Foto: dpa/AFP/Archiv/Monika Skolimowska)Mann an einem Briefkasten. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Monika Skolimowska (Foto: dpa/AFP/Archiv/Monika Skolimowska)

Neue Preise sollen bis Ende 2021 gelten

Für das Versenden von Briefen und Postkarten müssen Verbraucher in Deutschland ab Juli tiefer ins Portemonnaie greifen: Wie die Deutsche Post am Montag mitteilte, steigt das Porto für einen Standardbrief ab 1. Juli von 70 auf 80 Cent, das Porto für eine Postkarte von 45 auf 60 Cent. Auch für internationale und Express-Sendungen erhöht das Unternehmen die Preise. Sie sollen bis Ende 2021 gelten.

Die Post beantragte die Genehmigung der neuen Preise am Montag bei der Bundesnetzagentur und rechnet noch im Juni mit grünem Licht. Für nicht verbrauchte Marken unterhalb des neuen Werts wird es Ergänzungsmarken im Wert von fünf, zehn, 15 und 20 Cent geben. Ein Umtausch der alten Marken ist damit nicht nötig, wie das Unternehmen erklärte.

Beim Standardbrief bis 20 Gramm würden nun nach "mehr als drei Jahren Preisstabilität" zehn Cent mehr fällig, erklärte die Post. Sie verwies darauf, dass der europäische Durchschnittspreis für einen inländischen Standardbrief derzeit bei 97 Cent liege.

Ebenfalls zehn Cent teurer werden ab Juli in Deutschland der Kompaktbrief (95 Cent), der Großbrief (1,55 Euro) und der Maxibrief (2,70 Euro). Bei der Postkarte gab es mehr als 15 Jahre lang eine Preisstabilität von 45 Cent.

Der Standardbrief International wird 20 Cent teurer und soll ab Juli 1,10 Euro kosten. Auch dabei verwies die Post auf den europäischen Durchschnittspreis für einen Standardbrief ins europäische Ausland - dieser liege bei 1,57 Euro. Teurer werden auch Express-Sendungen. Hier verwies die Post auf die Möglichkeit der Online-Frankierung, die günstiger sei.

Die Post schafft außerdem den Nachsendeauftrag für sechs Monate ab - künftig gibt es nur noch den Service für zwölf Monate. Er kostet in der Filiale künftig 29,90 Euro, bei einer Online-Beauftragung 26,90 Euro.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer erklärte, ihm erscheine die Anhebung des Portos "bei den gegenwärtigen Inflationsraten unverhältnismäßig hoch". Er habe daher Verständnis dafür, wenn Verbraucher das als "Frechheit" empfinden würden.

Von der Portoerhöhung sind in erster Linie Privatkunden und kleine Unternehmen betroffen - Großkunden werden durch eine Anhebung der Rabatte vorerst weitgehend verschont.

Die Regierung hatte im März eine Änderung der Post-Entgeltregulierungsverordnung beschlossen, die letztlich auch entscheidend für die Portohöhe ist: Die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde muss der Post durch die neuen Vorgaben einen größeren Preiserhöhungsspielraum einräumen.

Mit Änderung der Verordnung wird der Gewinnzuschlag für die Post anders berechnet. Bislang orientierte sich dieser Zuschlag an Postdienstleistern in ganz Europa - künftig werden Postunternehmen ausgenommen, die etwa wie auf Malta oder Zypern sehr klein sind oder wie in Rumänien reine Staatsunternehmen.


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