28.05.2019, 11:16 Uhr

Berlin (AFP) Fluggastportal: Flugausfälle und Verspätungen nehmen immer weiter zu

Fluggäste in Hamburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Christian Charisius (Foto: dpa/AFP/Archiv/Christian Charisius)Fluggäste in Hamburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Christian Charisius (Foto: dpa/AFP/Archiv/Christian Charisius)

Airhelp warnt vor noch schlimmerem Flugchaos als im Sommer 2018

Die Zahl von Flugausfällen und Verspätungen nimmt weiter zu und lässt eine schwierige Sommerreisesaison befürchten. In den ersten vier Monaten des Jahres gab es rund zwölf Prozent mehr Flugausfälle und rund fünf Prozent mehr Verspätungen als im Vorjahreszeitraum, wie das Fluggastportal Airhelp am Dienstag mitteilte. Das Gesamtaufkommen an Passagierflügen wuchs in dieser Zeit aber nur um 1,8 Prozent.

Schon 2018 habe es Deutschland ein "Flugchaos wie nie zuvor" gegeben, das die Pläne vieler Reisender durch Ausfälle und Verspätungen durchkreuzt habe, beklagte der Entschädigungsdienstleister. Auch mehrere Luftfahrtgipfel mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik hätten daran nichts geändert. Die Lage habe sich sogar noch verschlechtert. Fluggäste müssten "vor einem noch schlimmeren Flugchaos in diesem Sommer bangen", befürchtet Airhelp.

Konkret gab es im ersten Drittel des Jahres an deutschen Flughäfen über 61.000 Verspätungen und Ausfälle - ein Anteil von über 21 Prozent aller Verbindungen. Im Vergleich zur Lage 2014 wird die Entwicklung deutlicher: Damals waren es knapp 27.000 unplanmäßige Flüge, der Anteil betrug gut zehn Prozent. Heutzutage gebe es täglich rund 290 "Problemflüge" mehr als noch vor fünf Jahren, rechnete das Portal aus, obwohl sich die Gesamtzahl der Flüge seitdem nur um zehn Prozent erhöhte.

Die Fluggesellschaften müssten nun "zwingend" ihre Betriebsabläufe normalisieren, etwa enge Flugpläne entzerren, forderte das Portal. Außerdem müssten gezielt Frauen gefördert werden, um dem Pilotenmangel zu begegnen.

Airhelp wies Betroffene darauf hin, ihr Anrecht auf finanzielle Entschädigung bei Ausfällen oder Verspätungen zu prüfen. Abhängig ist die Höhe der Zahlung von der Länge der Flugstrecke, der Verspätungsdauer und dem Grund dafür. Bei "außergewöhnlichen Umständen", etwa bei Unwetter, gibt es in der Regel nichts zurück.

Verbraucherschützer hatten kürzlich ebenfalls vor einem neuen Flugchaos im Sommer gewarnt und die schleppende Umsetzung der Maßnahmen zur Vermeidung von Flugverspätungen kritisiert. Auf einem Luftfahrtgipfel im vergangenen Jahr hatten Vertreter von Bund, Ländern, Airlines, Flughäfen, Flugsicherung und Behörden einen Katalog mit Maßnahmen gegen Verspätungen und Flugausfälle beschlossen. Jedoch fiel die erste bei einem Nachfolgetreffen Ende März gezogene Zwischenbilanz durchwachsen aus.


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