28.05.2019, 09:07 Uhr

Berlin (AFP) Große Mehrheit der Deutschen fordert mehr Tempo bei der Energiewende

Windräder im Sonnenlicht. Quelle: dpa/AFP/Jens Büttner (Foto: dpa/AFP/Jens Büttner)Windräder im Sonnenlicht. Quelle: dpa/AFP/Jens Büttner (Foto: dpa/AFP/Jens Büttner)

Umfrage: Bürger fordern mehr Klima- und Umweltschutz in zentralen Bereichen

Mehr als drei Viertel der Deutschen sind einer von der Regierung in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge unzufrieden mit dem Tempo der Energiewende. 81 Prozent finden, dass der Umstieg auf klimafreundliche Energieträger hierzulande zu langsam vorangeht, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten sogenannten Umweltbewusstseinsstudie 2018 des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesumweltamts (UBA) hervorgeht.

Auch mit dem Kurs in anderen für Umweltschutz wichtigen Bereichen wie der Agrar- und Verkehrspolitik ist eine große Mehrheit demnach unzufrieden. So haben nur 27 Prozent der Befragten den Eindruck, die Verkehrspolitik orientiere sich an den Interessen der Bürger. Nur 21 Prozent meinen, dass dabei der Umweltschutz zählt. Dagegen glauben 89 Prozent, dass die Interessen der Wirtschaft ausschlaggebend sind.

Das Klima- und Umweltschutzengagement aller relevanten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure bewerten die Bürger demnach viel negativer als bei der Vorgängerstudie von 2016. Einzige Ausnahme waren die Umweltverbände. Dagegen waren nur noch 14 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Regierung genug oder eher genug für Klima- und Umweltschutz tue. 2016 waren es mit 34 Prozent mehr als doppelt so viele.

Diese Einschätzung gilt in den Augen der Bevölkerung auch für die Bürger selbst. Nur noch 19 Prozent waren der Auffassung, sie täten genug. 2016 lag der Wert mit 36 Prozent annähernd doppelt so hoch. Für die aktuelle Umweltbewusstseinsstudie wurden in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres rund 4000 Menschen befragt.


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