27.05.2019, 08:26 Uhr

Berlin (AFP) Umweltschützer fordern nach Europawahl mehr Tempo beim Klimaschutz

Umweltschützer fordern jetzt Tempo beim Klimaschutz. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Kay Nietfeld (Foto: dpa/AFP/Archiv/Kay Nietfeld)Umweltschützer fordern jetzt Tempo beim Klimaschutz. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Kay Nietfeld (Foto: dpa/AFP/Archiv/Kay Nietfeld)

Fridays for Future kritisiert erste Reaktionen aus der CDU

Umweltschützer haben nach der Europawahl die Parteien aufgefordert, jetzt entschiedener als bisher beim Klimaschutz voranzugehen. "Die junge Generation verlangt von EU und Bundesregierung einen neuen Generationenvertrag, der sie vor der Klimakrise schützt", erklärte der Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals, am Montag in Berlin.

Konkret verlangte Germanwatch ein wirkungsvolles Klimaschutzgesetz bis September und eine sozial gerechte CO2-Abgabe. Auf europäischer Ebene müssten Subventionen für Kohle, Öl und Gas beendet und eine Landwirtschafts- und Verkehrswende eingeleitet werden. Außerdem forderte Germanwatch eine europäische Kerosinsteuer auf Flugbenzin und eine Initiative für ein attraktives europäisches Langstreckenzugnetz. "Die Wahlanalysen zeigen, dass Union und SPD die jungen Leute verlieren, wenn sie nicht endlich entschiedenen Klimaschutz durchsetzen", warnte Bals.

Die Sprecherin der deutschen Schüler- und Studentenbewegung Fridays for Future, Luisa Neubauer, kritisierte im Internetdienst Twitter erste Reaktionen aus der CDU auf den Wahlausgang. Sie bezog sich dabei besonders auf eine Äußerung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der in der ARD gefordert hatte: "Wir müssen besser darin werden den jungen Menschen zu erklären, warum das mit dem Klimaschutz nicht so schnell geht."

Damit schaffe es Laschet "in einem Atemzug, etwaige Klimaschutzkompetenz als auch Augenhöhe mit jungen Wähler*innen aus dem Fenster zu werfen", schrieb dazu Neubauer. Sie forderte auf Twitter ebenfalls die Parteien auf, jetzt endlich zu beweisen, dass sie es beim Klimaschutz ernst meinten: "Dem Planeten ist es egal ob Klimaschutz links oder liberal ist. Er muss effektiv, nachhaltig und solidarisch sein. Legt los." Weiter warnte die Aktivistin: Allen, die weiter heimlich blockierten, sei gesagt, "dass jedes Jahr mehr von uns wählen können".


0 Kommentare