14.05.2019, 03:03 Uhr

Stuttgart (AFP) Oppositionspolitiker: Kinder von IS-Anhängern nach Deutschland holen

Helfer stufen Lage in nordsyrischem Lager als dramatisch ein

Oppositionspolitiker fordern die Bundesregierung auf, Kinder von deutschen Anhängern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus Syrien zurückzuholen. "Jeder weitere Tag, an dem gerade die Kinder in diesen Lagern sind, ist ein verlorener Tag", sagte die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vom Dienstag. Das gelte mit Blick auf die Gesundheit, "aber auch auf Traumata und Radikalisierungsprozesse".

Die syrischen Kurden halten tausende ausländische Angehörige von IS-Kämpfern gefangen, etwa im Internierungslager Al-Hol. Die Lage dort sei nach allen vorliegenden Informationen katastrophal, sagte Mihalic. Vor allem die dort lebenden Kinder müssten schnell nach Deutschland geholt werden.

Auch der FDP-Innenexperte Benjamin Strasser kritisierte, die Bundesregierung sei in dieser Frage "wenig ambitioniert". Den deutschen Kindern müsse die Rückkehr ermöglicht werden.

Die Expertin der Hilfsorganisation Medico International für die Region, Anita Starosta, bezeichnete die humanitäre Situation in Al-Hol als sehr prekär. Dort seien mehr als 200 kleine Kinder gestorben. Wöchentlich würden zwischen 20 und 30 Kinder in dem Lager geboren. "Wir haben viele Kinder und Frauen gesehen, die verletzt waren und nicht adäquat behandelt werden können", sagte Starosta den Zeitungen.


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