11.05.2019, 14:06 Uhr

Regensburg (AFP) Tod von Frau in Regensburger Flüchtlingsheim führt zu Zusammenstößen mit Polizei

Flüchtlingsunterkunft in der Regensburger Zeißstraße. Quelle: dpa/AFP/Lino Mirgeler (Foto: dpa/AFP/Lino Mirgeler)Flüchtlingsunterkunft in der Regensburger Zeißstraße. Quelle: dpa/AFP/Lino Mirgeler (Foto: dpa/AFP/Lino Mirgeler)

Bewohner greifen Beamte an - Polizei spricht von "hoher Emotionalisierung"

Nach dem Tod einer jungen Nigerianerin in einer Flüchtlingsunterkunft ist es in Regensburg zu Zusammenstößen zwischen Bewohnern und der Polizei gekommen. Nach Polizeiangaben wurden Beamte und Rettungshelfer von aufgebrachten Bewohnern "bedrängt und angegriffen", als sie am Samstagvormittag nach einem Notruf in der Flüchtlingsunterkunft eintrafen. Der Abtransport der Leiche der 31-jährigen Frau sei erst nach stundenlangen Spannungen möglich gewesen. Am Nachmittag habe sich die Lage beruhigt.

Die genauen Todesumstände der Frau waren nach Polizeiangaben zunächst unklar. Allerdings gebe es "keine Anhaltspunkte auf ein Ableben durch Gewalteinwirkung oder ähnliches", erklärte die Polizei. Sie sprach von einer "hohen Emotionalisierung" einiger Bewohner, die möglicherweise damit zu tun hatte, dass die Beamten ihnen den Zugang zum Sterbeort zunächst verwehren mussten.

"Im weiteren Verlauf mündeten die emotionalen Reaktionen darin, dass sich die Einsatzkräfte vor Ort zunächst Drohgebärden gegenüber sahen, die schließlich damit endeten, dass Steine und Glasflaschen auf die Beamten vor Ort geworfen wurden", erklärte ein Polizeisprecher.

Um die Lage nicht weiter eskalieren zu lassen, sei den Bewohnern schließlich "in enger Zusammenarbeit mit der Leitung der Unterkunft" ermöglicht worden, den Sarg mit der jungen Frau unter Aufsicht der Polizei zu dem Fahrzeug eines Bestattungsunternehmens zu tragen. Danach habe sich die Situation sehr schnell beruhigt. Verletzt worden sei niemand.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Den Beamten standen nach Polizeiangaben zeitweise 40 bis 50 Bewohner der Einrichtung gegenüber.

Die verstorbene Nigerianerin hinterlasse drei Kinder im Alter zwischen drei und neun Jahren. Sie seien vom Jugendamt in Obhut genommen worden.

Der Vorfall ereignete sich im so genannten Ankerzentrums in der Regensburger Zeißstraße. Das Wort Anker steht in diesem Fall für "Ankunft, kommunale Verteilung, Entscheidung und Rückführung". Ziel dieser Einrichtungen ist es, Asylverfahren zu beschleunigen. In den Zentren werden Asylbewerber für die gesamte Dauer ihrer Antragsprüfung untergebracht.


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