06.05.2019, 11:07 Uhr

Hannover (AFP) Kirchen treten vor EU-Wahl "übersteigertem Nationalgefühl" entgegen

EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm (l.), Kardinal Marx. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Harald Tittel (Foto: dpa/AFP/Archiv/Harald Tittel)EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm (l.), Kardinal Marx. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Harald Tittel (Foto: dpa/AFP/Archiv/Harald Tittel)

Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx legen gemeinsamen Wahlaufruf vor

In einem gemeinsamen Aufruf zur Teilnahme an der Europawahl haben die Spitzen der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland "jeder Form von Extremismus und übersteigertem Nationalgefühl" eine klare Absage erteilt. Beide Kirchen träten "in ökumenischer Gemeinschaft für den europäischen Gedanken ein", hieß es in der am Montag in Hannover und Bonn veröffentlichen Erklärung.

Die Europawahl am 26. Mai sei eine Richtungswahl, hoben der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in dem Aufruf hervor. "Wir sind der Überzeugung, dass ein Weg, der mit hetzerischen Parolen gepflastert oder mit Mauern des Nationalismus abgeschottet ist, in die falsche Richtung führt."

Stattdessen biete "allein ein geeintes Europa Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit, von Globalisierung und Digitalisierung über Migration und Klimawandel bis hin zu Freiheit und Sicherheit".

Bedford-Strom und Marx nannten die Einigung Europas "ein Friedensprojekt, das nach zwei schrecklichen Weltkriegen mit vielen Millionen Opfern Hoffnung auf ein Zusammenleben der Völker im Geist wechselseitiger Kooperation und Verbundenheit verkörperte". Dieses Projekt habe nichts an Aktualität verloren - im Gegenteil.

"Wir rufen die politisch Verantwortlichen dazu auf, die Idee eines sozialen, nachhaltigen und demokratischen Europas wieder näher an die Menschen, gerade die junge Generation, zu bringen", hieß es weiter in dem gemeinsamen Aufruf. "Wir brauchen eine starke und geeinte EU, die sich auf das Vertrauen und die Zustimmung ihrer Bürgerinnen und Bürger stützen kann."


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