05.05.2019, 17:09 Uhr

Moskau (AFP) Russland und die USA werfen sich unzulässige Einmischung in Venezuela vor

Lawrow (l.) mit Venezuelas Außenminsiter Arreaza. Quelle: AFP/Kirill KUDRYAVTSEV (Foto: AFP/Kirill KUDRYAVTSEV)Lawrow (l.) mit Venezuelas Außenminsiter Arreaza. Quelle: AFP/Kirill KUDRYAVTSEV (Foto: AFP/Kirill KUDRYAVTSEV)

Lawrow ruft Washington zur Aufgabe seiner "unverantwortlichen Pläne" auf

Russland und die USA haben sich erneut gegenseitig eine unzulässige Einmischung in die Krise in Venezuela vorgeworfen. Mit Blick auf Drohungen der US-Regierung, nötigenfalls militärisch in den Machtkampf in Venezuela einzugreifen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Sonntag in Moskau: "Wir rufen die Amerikaner und all diejenigen, die sie unterstützen, auf, ihre unverantwortlichen Pläne aufzugeben und ausschließlich im Rahmen internationalen Rechts zu handeln."

Lawrow äußerte sich während eines Treffens mit Jorge Arreaza, dem Außenminister von Venezuelas umstrittenen Staatschef Nicolás Maduro. "Wir sind Zeugen einer nie da gewesenen Kampagne der USA, um Venezuelas legitime Behörden zu stürzen", warf der russische Außenminister Washington vor. Arreaza dankte Moskau für die Unterstützung seiner Regierung. "Das Verhältnis zwischen Moskau und Caracas ist nicht nur für unsere beiden Länder, sondern für die Welt bedeutender geworden", sagte er.

US-Außenminister Mike Pompeo forderte derweil im US-Sender ABC mit Blick auf Russlands militärische Präsenz in Venezuela: "Die Russen müssen gehen." Dies gelte für "alle Länder, die in das Recht des venezolanischen Volkes eingreifen, ihre Demokratie wiederherzustellen". Neben Russland nannte der US-Außenminister konkret Kuba und den Iran.

Die US-Regierung gehört zu den entschiedensten Gegnern Maduros. Sie unterstützt in dem erbitterten Machtkampf den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó, der auch von Deutschland und Dutzenden anderen Staaten anerkannt wurde.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag nach einem langen Telefonat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin gesagt, nach seinem Eindruck wolle Putin sich "darüber hinaus, dass er sich positive Entwicklungen wünscht, überhaupt nicht in Venezuela einmischen". Darauf angesprochen sagte Pompeo am Sonntag auf ABC, er kenne den Kontext dieser Äußerung nicht. Trump habe aber zu Venezuela deutlich gemacht, "dass wir alle raus haben wollen, und das schließt die Russen mit ein".


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