05.05.2019, 16:24 Uhr

Khartum (AFP) Vermittler schlagen zwei Übergangsräte im Sudan vor

Vermittler schlagen zwei Übergangsräte im Sudan vor. Quelle: AFP/Archiv/ASHRAF SHAZLY (Foto: AFP/Archiv/ASHRAF SHAZLY)Vermittler schlagen zwei Übergangsräte im Sudan vor. Quelle: AFP/Archiv/ASHRAF SHAZLY (Foto: AFP/Archiv/ASHRAF SHAZLY)

Gespräche zwischen Demonstranten und Militär festgefahren

In den festgefahrenen Verhandlungen zwischen Demonstranten und Militärführung im Sudan haben Vermittler die Gründung zweier Übergangsräte vorgeschlagen: einen unter Leitung des Militärs, der andere unter Leitung der Zivilisten. Der neue Militärrat solle demnach für die Sicherheit zuständig sein, sagte Omar al-Digeir, einer der Oppositionsführer, am Sonntag.

Welche Aufgaben die beiden Gremien hätten, müsse noch entschieden werden, sagte al-Digeir, der der Allianz für Freiheit und Wandel angehört, einer der einflussreichsten Gruppen der Protestbewegung. Bei den Vermittlern handelt es sich um Geschäftsmänner, Journalisten und Prominente der sudanesischen Gesellschaft.

Ob beide Seiten dem Vorschlag zustimmen oder an einem gemischt besetzten Komitee festhalten, war unklar. Ende April hatten die Protestbewegung und die Militärführung ein gemischtes Gremium zur Beratung über einen Ausweg aus der politischen Krise des Landes beschlossen, konnten sich aber nicht über dessen Zusammensetzung einigen.

Ein Vertreter der Protestbewegung erklärte bereits, er sei gegen zwei Räte. Die Bewegung wolle nur einen "symbolischen Regierungsrat" mit Militärvertretern, sagte Siddig Jussef, Chef der kommunistischen Partei. Die Entscheidungsgewalt müsse beim Parlament und beim Kabinett liegen.

Am 11. April war der seit drei Jahrzehnten autoritär im Sudan herrschende Staatschef Omar al-Baschir nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt worden. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde der Militärrat eingesetzt. Die Protestbewegung fordert jedoch einen wirklichen Machtwechsel.


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