05.05.2019, 08:25 Uhr

Caracas (AFP) Maduro: Venezuelas Armee muss für Militärintervention der USA gerüstet sein


Widersacher Guaidó will Militär weiter friedlich zum Widerstand bewegen

Im Machtkampf in Venezuela kämpfen Präsident Nicolás Maduro und sein Widersacher Juan Guaidó weiter um die Unterstützung des Militärs. Maduro rief die Soldaten am Samstag in einer Rede auf einem Militärstützpunkt auf, sich auf eine mögliche Militärintervention der USA vorzubereiten. Guaidó forderte seine Anhänger auf, die Armee mit friedlichen Märschen zu Kasernen zum Widerstand zu bewegen. Daran beteiligten sich allerdings nur einige hundert Menschen.

Maduro sagte vor mehr als 5000 Soldaten auf einem Militärstützpunkt im nordwestlichen Bundesstaat Cojedes, die venezolanischen Truppen müssten sich darauf vorbereiten, "das Vaterland mit der Waffe in der Hand zu verteidigen, wenn eines Tages das nordamerikanische Imperium wagt, dieses Land anzutasten".

Die US-Regierung gehört zu den entschiedensten Gegnern Maduros und unterstützt in dem Machtkampf den selbsternannten Übergangspräsidenten Guaidó. Erst am Mittwoch hatte US-Außenminister Mike Pompeo bekräftigt, dass in dem Konflikt auch eine Militärintervention der USA in Frage komme.

Das venezolanische Militär spielt in dem Machtkampf eine entscheidende Rolle. Die Armee ist ein zentraler Machtfaktor in dem südamerikanischen Land und kontrolliert die immensen Erdölvorkommen. Bislang unterstützen die Streitkräfte Maduro. Guaidó appelliert aber immer wieder an die Soldaten, sich gegen Maduro zu stellen. Erst am Dienstag war ein von ihm ausgerufener Militäraufstand aber gescheitert.

Am Samstag rief Guaidó die Venezolaner auf, friedlich zu Kasernen und Militärstützpunkten zu marschieren, um die Soldaten zu einem Seitenwechsel zu bewegen. "Das Ziel ist, unsere Botschaft zu überbringen, ohne in eine Konfrontation oder Provokation zu geraten", schrieb er im Onlinedienst Twitter.

In der Hauptstadt Caracas machten sich mehrere kleine Gruppen auf den Weg zu Kasernen, wie AFP-Reporter berichteten. Auch die Kaserne La Carlota, wo Guaidó die Armee am Dienstag vergeblich zum Aufstand gegen Maduro aufgerufen hatte, war ein Ziel der Märsche.

In Barquisimeto im Osten Venezuelas setzte die Nationalgarde Tränengas gegen Oppositionsanhänger ein. Zuvor hatten dort mehrere Frauen versucht, Soldaten der Nationalgarde den Aufruf Guaidós zu überreichen. "Wir bitten die Streitkräfte, uns zu helfen, die widerrechtliche Aneignung der Macht zu beenden und sich dem Volk anzuschließen", sagte die 53-jährige Dina Alonso.

Maduro machte in seiner Rede deutlich, was er in der Krise von der Armee erwartet: "Einheit, Zusammenhalt, Disziplin, Gehorsam, Unterwerfung und höchste Treue zur Verfassung, zum Vaterland, zur Revolution und zum legitimen Oberbefehlshaber". Seine Gegner führten einen "Charakterkrieg", um "das Vaterland zu schwächen" und die venezolanische Armee "zu zerstören und zu entzweien" mit "einer Gruppe umstürzlerischer Verräter".

Maduro gab zudem den Tod von sieben "ehrenwerten" Soldaten bekannt, die auf dem Weg zu einem Manöver auf dem Militärstützpunkt Cojedes mit einem Hubschrauber verunglückt waren.

Auch US-Außenminister Pompeo schaltete sich am Samstag mit einem direkten Appell an das venezolanische Volk erneut in den Machtkampf ein. "Jetzt ist die Zeit für einen Wandel", sagte Pompeo in einer Videobotschaft, in denen er der Opposition die Unterstützung seines Landes zusicherte.


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