03.05.2019, 21:14 Uhr

Washington (AFP) Trump und Putin sprechen in Telefonat über Venezuela

Trump und Putin bei ihrem Gipfel in Helsinki im Juli 2018. Quelle: AFP/Archiv/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/Brendan Smialowski)Trump und Putin bei ihrem Gipfel in Helsinki im Juli 2018. Quelle: AFP/Archiv/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/Brendan Smialowski)

Moskau und Washington stehen in der Krise auf unterschiedlichen Seiten

US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin haben telefonisch über die Krise in Venezuela beraten. Trump schrieb am Freitag im Onlinedienst Twitter, das Gespräch sei "sehr produktiv" gewesen. Auch seine Sprecherin Sarah Sanders bezeichnete das Telefonat als "insgesamt sehr positiv". Nach Angaben des Kreml wandte sich Putin allerdings gegen ausländische "Einmischung" in die Venezuela-Krise - was als kritische Aussage zum US-Kurs verstanden werden kann.

Der politische Machtkampf in Venezuela hatte zuletzt zu erheblichen Spannungen zwischen Washington und Moskau geführt. Washington unterstützt in dem seit Monaten andauernden Machtkampf den Oppositionsführer und selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó, Moskau steht hinter dem linksgerichteten Staatschef Nicolás Maduro.

Am Mittwoch hatten US-Außenminister Mike Pompeo und der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow in einem Telefonat die gegenseitige Beschuldigung erhoben, dass sich das jeweils andere Land in unzulässiger Weise in Venezuela einmische.

Das jetzige Telefonat zwischen Trump und Putin kam nach Angaben des Kreml auf US-Initiative zustande. Trump schrieb bei Twitter, er habe ein "langes und sehr gutes Gespräch" mit Putin geführt. Dabei sei es neben Venezuela auch um Handelsfragen, die Ukraine, Nordkorea, die Atomwaffenkontrolle und "sogar" um die Russland-Ermittlungen in den USA gegangen, die Trump erneut als "Hexenjagd" bezeichnete.

Trump schrieb, er habe schon lange vor der Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller gesagt, dass es eine "gute Sache" und "keine schlechte Sache" sei, mit Russland und China auszukommen. Im Weißen Haus sagte Trump nach dem Telefonat, Putin wolle sich nicht in den Venezuela-Konflikt einmischen und sei dort nur an "positiven Entwicklungen" interessiert.

Trumps Sprecherin erklärte, die Präsidenten hätten eine "sehr gute Diskussion" gehabt. Das Telefonat dauerte laut Sanders etwas mehr als eine Stunde, nach den Angaben aus Moskau sogar fast anderthalb Stunden.

Trump habe dabei hervorgehoben, dass seine Regierung "auf der Seite des venezolanischen Volkes steht", teilte Sanders mit. Den Kreml-Angaben zufolge betonte Putin seinerseits, dass "die Einmischung in innere Angelegenheiten und die Versuche eines Machtwechsels per Gewaltanwendung die Perspektiven für eine politische Lösung des Konflikts schmälern".

Pompeo und Lawrow wollen Anfang kommender Woche am Rande eines Ministertreffens des Arktischen Rats über die Venezuela-Krise sprechen. Das Treffen des Gremiums, das sich unter anderem mit dem Umweltschutz am Nordpol und dem Klimaschutz befasst, beginnt am Montag in der nordfinnischen Stadt Rovaniemi.

Pompeo hatte in seinem Telefonat mit Lawrow der russischen Regierung vorgeworfen, Venezuela zu "destabilisieren". Lawrow wiederum beschuldigte Washington einer "zerstörerischen Einflussnahme" in dem Land und des Völkerrechtsbruchs. Vor dem Telefonat hatte Pompeo eine militärische US-Intervention in Venezuela als "möglich" bezeichnet, wenn diese "erforderlich" sei. Er fügte aber hinzu, seine Regierung hoffe, dass es eine friedliche Lösung geben könne.


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