03.05.2019, 11:48 Uhr

Hannover (AFP) Studie: Junge Europäer fühlen sich EU generell stark verbunden

Europaflagge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Monika Skolimowska (Foto: dpa/AFP/Archiv/Monika Skolimowska)Europaflagge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Monika Skolimowska (Foto: dpa/AFP/Archiv/Monika Skolimowska)

Zustimmung in Deutschland bei 74 Prozent - Aber Defizite beim Europaparlament

Junge Europäer fühlen sich der EU einer Umfrage zufolge generell stark verbunden, fordern zugleich allerdings mehr Gehör im Europaparlament. Die Zustimmung zur EU von 16- bis 26-Jährigen sei auch in diesem Jahr weiterhin sehr hoch, teilte die TUI-Stiftung am Freitag in Hannover unter Verweis auf ihre Studie "Junges Europa" mit. Der Wert liege zwischen 61 Prozent in Schweden und Italien sowie 79 Prozent in Spanien.

So viele junge Erwachsene aus den jeweiligen Ländern würden demnach bei einem fiktiven Referendum über eine EU-Mitgliedschaft für einen Verbleib stimmen. In Deutschland würden 74 Prozent in der EU bleiben wollen, das ist laut Befragung der zweithöchste Zustimmungswert nach Spanien. Junge Menschen aus Polen folgen dicht dahinter mit 73 Prozent.

Zugleich sehen sich insgesamt 20 Prozent der jungen Europäer vom Europaparlament stark oder sehr stark vertreten, wie die Stiftung mitteilte. Nationale Parlamente schnitten durchweg besser ab. "Die Generation Europa fordert mehr Gehör und mehr Mitsprache", erklärte Geschäftsführerin Elke Hlawatschek. Befragt wurden im Januar und Februar rund 8200 junge Menschen in zehn EU-Staaten und Norwegen.

Umweltpolitik ist aus ihren Sicht eines der zentralen Probleme, welche die EU lösen muss. Bei der Frage nach den zentralen Herausforderungen landete das Thema hinter dem Komplex Migration und Asyl auf den zweiten Platz. Laut Studie sehen die jungen Leute Klimaschutz dabei aber "eher als eine Chance denn als eine Bedrohung", betonte die Stiftung.

Die Verfasser verwiesen zudem darauf, dass die Zustimmungsrate zur EU in Deutschland und anderen großen Mitgliedsstaaten seit einem Hoch im vergangenen Jahr zurückging. 2018 waren hierzulande noch 80 Prozent für einen EU-Verbleib, sechs Prozentpunkte mehr als dieses Jahr. Der aktuelle Wert ist aber mit 69 Prozent immer noch höher als der von 2017.

Ähnliche Schwankungen gab es auch in Frankreich, Spanien und Italien. In Großbritannien, Polen und Griechenland stieg die Zustimmung unter jungen Leuten dagegen seit 2017 kontinuierlich an. "Die Zahlen zeigen: Europa ist kein Selbstläufer, und seine Bedeutung muss kontinuierlich erklärt werden", erklärte Hlawatschek. Das sollten die Politiker und EU-Beamten im Blick haben. "Es muss gelingen, die Bedürfnisse junger Menschen besser in die politische Agenda zu integrieren."


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