02.05.2019, 00:34 Uhr

Ouagadougou (AFP) Merkel sagt Sahel-Staaten Unterstützung im Kampf gegen Dschihadisten zu

Merkel mit den Präsidenten der Anti-Terror-Allianz G5. Quelle: AFP/OLYMPIA DE MAISMONT (Foto: AFP/OLYMPIA DE MAISMONT)Merkel mit den Präsidenten der Anti-Terror-Allianz G5. Quelle: AFP/OLYMPIA DE MAISMONT (Foto: AFP/OLYMPIA DE MAISMONT)

Kanzlerin: Europäer müssen bei Zusagen "schneller werden"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Sahel-Staaten der Anti-Terror-Allianz G5 Unterstützung im Kampf gegen Dschihadisten zugesagt. Der Kampf gegen den Terrorismus sei eine "internationale Aufgabe", sagte Merkel am Mittwoch nach einem Treffen mit den Staatschefs Burkina Fasos, Malis, Mauretaniens, des Niger und des Tschad in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou.

"Es ist nicht eine Verantwortung dieser fünf Staaten alleine", betonte Merkel. "Es ist eine Verantwortung, die auch Europa mit betrifft." Es müsse verhindert werden, dass in der Region das "Chaos" überhand nehme, denn dies hätte Auswirkungen auf andere Bereiche.

Die Kanzlerin räumte Versäumnisse der Europäer ein: "Wir von der europäischen Seite müssen bei unseren Zusagen schneller werden." Manches dauere aus der Perspektive der betroffenen Länder "zu lange". "Die Terroristen sind schnell. Und deswegen müssen wir schneller werden, damit wir sie auch wirklich bezwingen können."

In den Staaten der Sahel-Zone kommt es immer wieder zu Anschlägen und Attacken von Dschihadisten. Burkina Faso, Mali, Mauretanien, der Niger und der Tschad haben sich zusammengeschlossen, um die Gruppen besser militärisch bekämpfen zu können. Burkina Fasos Präsident Roch Marc Kaboré sprach nach dem G5-Treffen mit Merkel von offenen Diskussionen über den Anti-Terror-Kampf und hob auch die Bedeutung von wirtschaftlicher Entwicklung hervor.

Kaboré hatte Merkel vor dem G5-Treffen zu einem bilateralen Gespräch empfangen. Die Kanzlerin sagte dabei zu, zum Ausbau der Polizei werde Deutschland das Land mit sieben bis zehn Millionen Euro unterstützen. Merkel, die als erste Kanzlerin das Land besucht, betonte, Burkina Faso gebe 15 Prozent seines Budgets für Sicherheit aus. Dieses Geld fehle an anderer Stelle.

Merkel hatte ihre dreitägige Reise in die westafrikanischen Staaten Burkina Faso, Mali und Niger am Mittwoch begonnen. Am Donnerstag will Merkel deutsche Truppen in Mali treffen. Dazu besucht sie den Bundeswehrstützpunkt Camp Castor in der Stadt Gao. Derzeit sind dort 823 deutsche Soldaten stationiert - der Großteil des deutschen Kontingents in Mali. Die Bundeswehr ist dort an der UN-Mission Minusma beteiligt, die für Frieden und Sicherheit sorgen soll.

Anschließend reist die Kanzlerin nach Niger weiter, wo sie in der Hauptstadt Niamey mit Präsident Mahamadou Issoufou zusammentreffen soll. Am Freitag wird Merkel dann die zivile EU-Mission Eucap Sahel besuchen, die die örtlichen Behörden beim Kampf gegen Terrorismus, Drogen- und Waffenhandel sowie illegale Einwanderung unterstützt.


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