30.04.2019, 03:40 Uhr

New York (AFP) "Boyz n the Hood"-Regisseur John Singleton im Alter von 51 Jahren gestorben

John Singleton. Quelle: AFP/Archiv/Robyn BECK (Foto: AFP/Archiv/Robyn BECK)John Singleton. Quelle: AFP/Archiv/Robyn BECK (Foto: AFP/Archiv/Robyn BECK)

Afroamerikanischer Filmemacher hatte Schlaganfall erlitten

Mit dem Teenager-Drama "Boyz n the Hood" über Ganggewalt in Los Angeles wurde John Singleton zu einem Wegbereiter des neuen afroamerikanischen Kinos. Jetzt ist der US-Regisseur im Alter von 51 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Das gab seine Familie am Montag bekannt. Zahlreiche Filmschaffende äußerten sich bestürzt über den Tod des Regisseurs.

Singleton hatte 1991 mit seinem Kinodebüt "Boyz n the Hood" für Furore gesorgt. Der Regisseur war erst 22 Jahre alt und frisch von der Filmschule, als er das Teenager-Drama mit Schauspielern wie Angela Bassett, Laurence Fishburne, Cuba Gooding Jr und dem Rapper Ice Cube drehte.

Als erster Afroamerikaner und als jüngster Regisseur überhaupt wurde Singleton für einen Regie-Oscar nominiert. Eine Nominierung gab es auch für das beste Originaldrehbuch. Auch beim Filmfestival von Cannes wurde "Boyz n the Hood" gefeiert.

Der Film spielt in dem von Ganggewalt geprägten Viertel South Central in Los Angeles, in dem Singleton aufgewachsen war. "Niemand hat damals Filme über das gemacht, was wir in Los Angeles durchleben", sagte der Regisseur über das Projekt. Der Soundtrack mit Künstlern wie Ice Cube, 2 Live Crew und Too Short verhalf dem Rap zu weiterer Popularität.

Singleton drehte in den folgenden Jahren weitere Sozialdramen über die Lage der Schwarzen in den USA, darunter "Poetic Justice" und "Higher Learning - Die Rebellen". Seinen größten kommerziellen Erfolg hatte er mit dem Actionfilm "2 Fast 2 Furious" aus dem Jahr 2003. Singleton drehte auch ein "Shaft"-Remake und arbeitete für das Fernsehen.

Vor zwei Wochen erlitt der Regisseur einen Schlaganfall und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Seine Familie entschied schließlich, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen. "John ist friedlich verstorben, umgeben von seiner Familie und seinen Freunden", erklärte die Familie in einer Mitteilung, die unter anderem von der Zeitung "USA Today" und dem Sender NBC News verbreitet wurde. Der Familie zufolge hatte Singleton lange Zeit unter Bluthochdruck gelitten.

Auf die Nachricht vom Tod des 51-Jährigen folgten zahlreiche betroffene Reaktionen. Der Chef der Regisseur-Vereinigung Directors Guild of America, Thomas Schlamme, sprach von einem "enormen Verlust". Regisseure wie John Carpenter und Ron Howard würdigten Singletons Leistung. Der Oscar-prämierte Regisseur Jordan Peele sprach von einer "traurigen" Nachricht: "John war ein mutiger Künstler und eine echte Inspiration."

Auch der mit Singleton befreundete afroamerikanische Kultregisseur Spike Lee äußerte sich bestürzt: "Du wirst uns fehlen", schrieb Lee auf Instagram. Beide hätten sich lange Zeit gegenseitig ermutigt in einer Branche, in der Schwarzen kaum Platz eingeräumt worden sei. Schauspielstar Samuel L. Jackson würdigte Singleton als Regisseur, der den Weg bereitet habe für viele junge Filmmacher.


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