25.04.2019, 23:11 Uhr

Maputo (AFP) Nach tödlichem Zyklon "Idai" zieht nächster Wirbelsturm über Mosambik hinweg

"Kenneth"-Schäden auf den Komoren. Quelle: AFP/Ibrahim YOUSSOUF (Foto: AFP/Ibrahim YOUSSOUF)"Kenneth"-Schäden auf den Komoren. Quelle: AFP/Ibrahim YOUSSOUF (Foto: AFP/Ibrahim YOUSSOUF)

Hilfsorganisationen besorgt wegen "Kenneth"

Gut einen Monat nach dem tödlichen Zyklon "Idai" zieht ein neuer schwerer Wirbelsturm über Mosambik hinweg. Der Zyklon "Kenneth" traf am Donnerstagabend in der nördlich Provinz Cabo Delgado auf Land. Bäume stürzten um, Boote wurden zerstört. Zuvor war "Kenneth" über die Komoren hinweggezogen. Laut Behörden gab es auf der Inselgruppe drei Tote und schwere Schäden.

Die Vereinten Nationen warnten vor Überschwemmungen und Erdrutschen durch tagelange heftige Regenfälle im Gefolge des Zyklons. Alle Flüge nach Pemba im Norden Mosambiks waren am Donnerstag wegen "Kenneth" abgesagt worden. In der Stadt fiel nach Angaben der staatlichen Zeitung "Noticias" im Tagesverlauf der Strom aus, heftige Windböen fegten seit dem Nachmittag durch die Stadt.

Die Hilfsorganisation Care warnte in Berlin, sollte "Kenneth" so schwer wüten, wie von Meteorologen vorhergesagt, wäre dies "eine doppelte Katastrophe". "Die für Zyklon Idai bereitgestellten Hilfsgelder reichen jetzt schon kaum aus", erklärte Ninja Taprogge, die erst kürzlich aus Mosambik zurückkehrte. "Für die Folgen eines zweiten Sturms sind schlichtweg nicht genügend Ressourcen verfügbar."

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) erklärte, sie sei "besonders besorgt" wegen möglicher Schäden durch "Kenneth" in Mosambik, "wo die Bevölkerung sich gerade von den Schäden durch den Zyklon 'Idai' erholt". Ein erneuter Sturm sei "ein weiterer Schlag für das mosambikanische Volk" , erklärte auch das Welternährungsprogramm (WFP), das "Idai"-Opfer mit Lebensmitteln versorgt.

"Idai" hatte Mitte März in Mosambik sowie in Simbabwe und Malawi gewütet. Etwa tausend Menschen starben, davon mehr als 600 Menschen in Mosambik. Außerdem richtete der Sturm Sachschäden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar (1,79 Milliarden Euro).


0 Kommentare