23.04.2019, 16:10 Uhr

London (AFP) Trump reist Anfang Juni zu erstem Staatsbesuch nach Großbritannien

Präsident Trump bei seinem letzten Besuch in Windsor. Quelle: POOL/AFP/Matt Dunham (Foto: POOL/AFP/Matt Dunham)Präsident Trump bei seinem letzten Besuch in Windsor. Quelle: POOL/AFP/Matt Dunham (Foto: POOL/AFP/Matt Dunham)

Erstes Arbeitstreffen im Juli verlief nicht ohne Faux-Pas

US-Präsident Donald Trump wird Anfang Juni zu seinem ersten Staatsbesuch nach Großbritannien reisen. Der Präsident habe die Einladung von Königin Elizabeth II. angenommen, teilte der Buckingham-Palast am Dienstag mit. Aus Regierungskreisen verlautete, auch ein Treffen mit Premierministerin Theresa May sei bei der Reise vom 3. bis 5. Juni geplant. Britische Aktivisten kündigten für den Besuch massive Proteste an.

Der US-Präsident hatte Großbritannien im Juli 2018 zum ersten Mal besucht. Allerdings war das Treffen nach heftigen Protesten vom offiziellen Staatsbesuch zu einem Arbeitstreffen herabgestuft worden. Damit blieben Trump eine Kutschfahrt durch London und Staatsbankette verwehrt.

Bei seiner Reise wird Trump nun von seiner Frau Melania begleitet. Sie sind nach George W. Bush und seiner Frau im Jahr 2003 sowie dem Ehepaar Obama 2011 das dritte Präsidentenpaar, das von der Queen empfangen wird.

Das Treffen mit der 93-Jährigen im vergangenen Sommer war nicht ohne Faux-Pas verlaufen. Bei der Begrüßung verbeugte der US-Präsident sich nicht vor dem Staatsoberhaupt. Während eines Truppenbesuchs ging er zudem einige Schritte vor der Queen. Nach der Zusammenkunft im Schloss Windsor plauderte Trump zudem über Inhalte seines Gesprächs mit der britischen Monarchin. Eigentlich verbietet dies das Protokoll des britischen Königshauses.

Premierministerin May lobte am Dienstag die enge Zusammenarbeit Großbritanniens und der USA. Beide Staaten seien durch die Kooperation "sicherer und wohlhabender", sagte sie. Der Besuch sei eine Gelegenheit, die "bereits engen Beziehungen" bei Handel, Investitionen sowie in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu vertiefen.

Sie wolle mit Trump besprechen, wie in den kommenden Jahren auf diesen Beziehungen aufgebaut werden könne, sagte May mit Blick auf den bevorstehenden Brexit. Trump ist ein Befürworter des Austritts Großbritanniens aus der EU. Bei seinem Besuch im vergangenen Sommer büskierte er die Premierministerin jedoch mit harter Kritik an deren moderater Haltung gegenüber der EU.

Im britischen Parlament wird der US-Präsident bei seinem Besuch nicht sprechen. Parlamentspräsident John Bercow hat dies bereits abgelehnt.

Am 5. Juni wird Trump an einer großen Militärfeier in Portsmouth anlässlich des 75. Jahrestags der Landung der Alliierten in der Normandie teilnehmen. Von der Stadt im Süden Englands aus waren am sogenannten D-Day am 6. Juni 1944 Kriegsschiffe in Richtung Frankreich gestartet.

Am 6. Juni wird der US-Präsident zu den Hauptfeierlichkeiten in die Normandie reisen. Nach Angaben des Weißen Hauses sind auch Gespräche mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über "gemeinsame Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen" vorgesehen.

Britische Trump-Gegner haben für den Staatsbesuch massive Proteste angekündigt. Trump stehe für eine "Politik des Hasses und des Fanatismus", sagte Shaista Aziz vom Bündnis "Stop Trump". Bereits bei seinem letzten Besuch im Juli 2018 waren hunderttausende Demonstranten in London auf die Straße gegangen.


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