22.04.2019, 12:22 Uhr

Teheran (AFP) Iran und Pakistan wollen mit gemeinsamer Grenztruppe "Terrorismus" bekämpfen


Ayatollah Chamenei ernennt neuen Kommandeur der Revolutionsgarden

Iran und Pakistan wollen mit einer gemeinsamen Grenztruppe gegen "Terrorismus" vorgehen. Die beiden Staaten hätten sich auf die Bildung einer gemeinsamen schnellen Eingreiftruppe geeinigt, sagte der iranische Präsident Hassan Ruhani am Montag anlässlich eines Besuchs des pakistanischen Regierungschefs Imran Khan in Teheran.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Angriffe durch islamistische und separatistische Aufständische auf beiden Seiten der Grenze gegeben. Dies hatte zunehmend zu Spannungen zwischen den Nachbarstaaten geführt.

Details über die geplante Truppe gaben Ruhani und Khan nicht bekannt. Die Generalstabschefs der beiden Staaten würden über die Zusammenarbeit beraten, sagte Khan. Er hoffe, dass dieser Schritt das Vertrauen zwischen den Nachbarländern stärken werde. Ruhani machte darüber hinaus deutlich, dass der Iran bereit sei, pakistanischen Öl- und Gasbedarf zu decken.

In der pakistanischen Provinz Baluchistan waren vergangene Woche 14 pakistanische Sicherheitskräfte erschossen worden. Islamabad geht davon aus, dass der Anschlag von einer Gruppe aus dem Iran begangen wurde. Es gebe Beweise, dass die Angreifer "Trainings- und Logistiklager im iranischen Grenzgebiet" gehabt hätten, teilte die Führung in Islamabad mit.

Im Februar waren bei einem Anschlag in der iranischen Provinz Sistan und Belutschistan 27 Angehörige der iranischen Revolutionsgarden getötet worden. Die Dschihadistengruppe Dschaisch al-Adl bekannte sich zu dem Angriff. Die Führung in Teheran hatte Pakistan vorgeworfen, die Täter zu unterstützen. Ruhani forderte den Nachbarstaat auf, "entschieden gegen anti-iranische Terroristen" vorzugehen.

Irans geistliches Oberhaupt hatte am Sonntag bekannt gegeben, dass die Revolutionsgarden, eine Elitearmee des Iran, einen neuen Kommandeur bekommt. Der 58-jährige Generalmajor Hossein Salami löst demnach den bisherigen Kommandeur Mohammed Ali Dschafari ab. Der Wechsel erfolgt weniger als zwei Wochen nach der Ankündigung der USA, die mächtigen Revolutionsgarden als "Terrororganisationen" einzustufen.

Salami war seit neun Jahren Vize-Kommandeur der Revolutionsgarden. Die iranische Nachrichtenagentur Fars zitierte Salami mit mehreren israel-feindlichen Äußerungen. Demnach riet er Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im Oktober, "schwimmen zu lernen", weil er bald keine andere Wahl haben werde, als ins Mittelmeer zu flüchten.

Die Revolutionsgarden wurden nach der Islamischen Revolution 1979 als Miliz zum Schutz des neuen Systems gegründet und haben sich seitdem zu einer Armee mit eigener Marine und Luftwaffe entwickelt. Ihr gehören Schätzungen zufolge 125.000 Soldaten an.


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