16.04.2019, 15:57 Uhr

Caracas (AFP) Erste Hilfslieferung des Roten Kreuzes erreicht Venezuela

Menschen mit Schmuggelware an Grenze zu Venezuela . Quelle: AFP/Archiv/Juan BARRETO (Foto: AFP/Archiv/Juan BARRETO)Menschen mit Schmuggelware an Grenze zu Venezuela . Quelle: AFP/Archiv/Juan BARRETO (Foto: AFP/Archiv/Juan BARRETO)

Maschine bringt Medikamente nach Caracas

Im Krisenland Venezuela ist am Dienstag eine erste Hilfslieferung des Roten Kreuzes eingetroffen. Sie enthalte dringend benötigte Medikamente und medizinisches Material, erklärte ein Beamter. Der umstrittene Präsident Nicolás Maduro hatte sich nach langer Weigerung vor einer Woche bereit erklärt, Hilfe des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) anzunehmen. Die Menschen in Venezuela leiden seit Jahren unter dramatischen Versorgungsengpässen.

Die Hilfsgüter trafen am internationalen Flughafen von Caracas ein. Kartons mit dem Logo der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung wurden aus dem Frachtraum eines Flugzeugs geholt und auf Lastwagen verladen, wie auf Videos in Online-Netzwerken zu sehen war. Das IKRK hatte Ende März angekündigt, in den kommenden Wochen Hilfsgüter für 650.000 Menschen in das südamerikanische Land zu bringen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen fast ein Viertel der 30 Millionen Venezolaner dringend Hilfe. Einem UN-Bericht zufolge sind 3,7 Millionen Menschen unterernährt und mindestens 22 Prozent der Kinder unter fünf Jahren chronisch unterernährt. Maduro bestreitet, dass die Situation in seinem Land als humanitäre Krise bezeichnet werden könne. Die Bevölkerung des ölreichen Landes leidet seit Jahren unter den Folgen von Misswirtschaft.

Das Land wird außerdem durch einen Machtkampf zwischen Maduro und dem Oppositionsführer und selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó gelähmt. Maduro hatte sich lange gegen Hilfslieferungen aus dem Ausland gesperrt. Er bezeichnet sie als Versuch, den Boden für eine von den USA angeführte Militärinvasion zu bereiten. Washington zählt zu den wichtigsten Unterstützern Guaidós.

Der Oppositionsführer war im Februar damit gescheitert, gegen Maduros Widerstand Hilfsgüter insbesondere aus den USA nach Venezuela zu bringen. Das Militär, das weiter loyal zu dem amtierenden Staatschef steht, blockierte die Lieferungen.


0 Kommentare