12.04.2019, 10:23 Uhr

Washington (AFP) Ex-Obama-Berater im Zuge von Russland-Ermittlungen angeklagt

Gregory Craig. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MARK WILSON (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MARK WILSON)Gregory Craig. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MARK WILSON (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MARK WILSON)

Gregory Craig soll über Lobbytätigkeit für Ukraine gelogen haben

Im Zuge der Ermittlungen von Russland-Sonderermittler Robert Mueller sind auch Anschuldigungen gegen einen früheren Berater von Ex-Präsident Barack Obama erhoben worden. Der Anwalt Gregory Craig wurde am Donnerstag angeklagt. Er soll Ermittler zu seiner Lobbytätigkeit für die frühere ukrainische Regierung belogen haben.

Der Partner der Großkanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom, der unter Obama im Weißen Haus gearbeitet hatte, war 2012 von der damaligen prorussischen Regierung in Kiew angeheuert worden. Er sollte das Image der Regierung aufpolieren, die durch den Prozess gegen Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko international in die Kritik geraten war.

US-Staatsanwälte werfen dem 74-Jährigen vor, sich absichtlich nicht als Lobbyist für eine ausländische Regierung registriert zu haben. Dann soll er versucht haben, das Einkommen dieser Lobbytätigkeit zu verbergen. Der Anwalt bestreitet die Vorwürfe.

Bereits im April vergangenen Jahres war ein niederländischer Anwalt im Dienste der Großkanzlei ebenfalls wegen Lobbytätigkeit für Kiew zu 30 Tagen Gefängnis und einer Geldstrafe von 20.000 Dollar verurteilt worden. Auch er soll die Mueller-Ermittler belogen haben. Die Kanzlei selbst willigte im Januar in einen Vergleich ein, 4,6 Millionen Dollar (rund vier Millionen Euro) wegen illegaler Lobbytätigkeit zu zahlen.

Craig ist der erste Demokrat, gegen den im Zuge der Mueller-Ermittlungen Anklage erhoben wurde. Im Zusammenhang mit seiner Lobbytätigkeit für die Ukraine wurde bereits der frühere Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, zu einer Haftstrafe verurteilt.

Craig kündigte an, sich gegen die Vorwürfe zur Wehr zur setzen. In einer Erklärung betonte er am Mittwoch, nicht als Anwalt, sonder als "unabhängiger Rechtsexperte" gearbeitet zu haben - und Anfragen wegen einer Lobbyistentätigkeit für die Ukraine sogar zurückgewiesen zu haben.


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