11.04.2019, 08:42 Uhr

London (AFP) Britische Wirtschaft erleichtert über Brexit-Verschiebung

Blick auf Londoner Skyline. Quelle: AFP/Archiv/Daniel Leal-Olivas (Foto: AFP/Archiv/Daniel Leal-Olivas)Blick auf Londoner Skyline. Quelle: AFP/Archiv/Daniel Leal-Olivas (Foto: AFP/Archiv/Daniel Leal-Olivas)

Arbeitgeber mahnen nun zu parteiübergreifender Anstrengung gegen das "Chaos"

Mit Erleichterung haben britische Unternehmen darauf reagiert, dass ein harter Brexit vorerst abgewendet ist. "Diese neue Verlängerung bedeutet, dass eine drohende Wirtschaftskrise verhindert werden konnte", erklärte die Geschäftsführerin des Industrieverbandes CBI, Carolyn Fairbairn, am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nötig sei nun ein Neustart: Zum Wohle der Arbeitsplätze und Gemeinden müssten jetzt "alle politischen Anführer die Zeit gut nutzen".

Großbritannien und die EU hatten sich nur 48 Stunden vor einem drohenden Brexit ohne Abkommen auf eine bis zu sechsmonatige Verschiebung des Austrittsdatums geeinigt. Beide Seiten legten bei einem Sondergipfel in Brüssel in der Nacht als neuen Brexit-Termin den 31. Oktober fest. Großbritannien kann bei dieser "flexiblen" Verlängerung aber auch früher aus der Europäischen Union austreten oder den Brexit wieder rückgängig machen.

Nötig sei nun eine "ernsthafte überparteiliche Zusammenarbeit, um dieses Chaos zu beenden", forderte Fairbairn. CBI-Präsident John Allan sagte dem Radiosender BBC 4, wenn die Politiker nicht gemeinsam handelten, wäre die einzige weitere Option, erneut auf das Volk zurückzukommen und ein zweites Referendum abzuhalten.

Die Finanzmärkte reagierten wenig überrascht auf die Verschiebung, die an den Börsen bereits erwartet worden war. Das britische Pfund, das in der Nacht gegenüber dem Dollar leicht zugelegt hatte, stabilisierte sich am Donnerstagmorgen.

"Doch auch wenn das Pfund die Entwicklungen der vergangenen Nacht ignoriert hat, wird die Aussicht auf sechs weitere Monate Unsicherheit für die britische Wirtschaft spürbar sein", kommentierte Analyst Jasper Lawler von der London Capital Group. Die Widerstandskraft des Pfundes könne sich als nicht von Dauer erweisen.


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