10.04.2019, 14:42 Uhr

Potsdam (AFP) Razzien gegen rechtsextreme Hooligans in vier Bundesländern

Polizei im Einsatz. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Philipp Schulze (Foto: dpa/AFP/Archiv/Philipp Schulze)Polizei im Einsatz. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Philipp Schulze (Foto: dpa/AFP/Archiv/Philipp Schulze)

Verdacht auf Bildung krimineller Vereinigung - Polizeiaktion im Raum Cottbus

Mit Razzien in vier Bundesländern hat die Polizei am Mittwoch ein mutmaßliches Netzwerk rechtsextreme Hooligans ins Visier genommen. In Brandenburg sowie angrenzenden Bundesländern durchsuchten rund 400 Beamte mehr als 30 Objekte, wie Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in Potsdam erklärte. Dabei ging es um den Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung durch Verdächtige aus der Hooligan-, Kampfsport- und Rechtsextremistenszene in der Lausitz.

Nach Schröters Angaben hatten Polizei und Justiz die Razzia unter "größtmöglicher Geheimhaltung" vorbereitet, die Vereinigung stand außerdem schon länger unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden. In der fraglichen Region überschnitten sich Hooligan-, Kampfsport- und Rechtsextremistenszene "deutlich", erklärte der Minister. Es gehe unter anderem auch um den Verdacht der Bedrohung von Journalisten.

Nach Angaben der Polizei betrafen die Durchsuchungen den Raum Cottbus. Über Ergebnisse und Hintergründe der Razzia wollen die Polizei und das Brandenburger Landesinnenministerium am Donnerstag in Potsdam ausführlicher berichten. Schröter zufolge wurden die Beamten dabei "fündig". Einzelheiten nannte der Minister aber nicht.

Nach einem Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg beläuft sich die Zahl der Beschuldigten auf rund 20. Hausdurchsuchungen gab es demnach außer in Cottbus unter anderem auch in Frankfurt an der Oder, Hennigsdorf und Kolkwitz sowie im sächsischen Görlitz, in Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin.

Dem Bericht zufolge sollen auch die rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz im vergangenen Sommer auf Aktivitäten des Netzwerks zurückzuführen sein. Konkret werde den Beschuldigten der Verstoß gegen insgesamt 50 Straftatbestände vorgeworfen.

Es gehe unter anderem um Bedrohung, Körperverletzung, illegalen Waffenbesitz oder Steuerhinterziehung. Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegels" sind unter den Verdächtigen Namen von Neonazis, die bereits in der Vergangenheit durch Gewalttaten auffielen.


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