10.04.2019, 13:17 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Kommunale Klinikärzte in ganztägigem Warnstreik

Kundgebung in Frankfurt am Main. Quelle: dpa/AFP/Silas Stein (Foto: dpa/AFP/Silas Stein)Kundgebung in Frankfurt am Main. Quelle: dpa/AFP/Silas Stein (Foto: dpa/AFP/Silas Stein)

5000 Mediziner bei Kundgebung in Frankfurt am Main

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für die Ärzte an den kommunalen Kliniken sind die Mediziner am Mittwoch in einen ganztägigen Warnstreik getreten. Zur zentralen Kundgebung in Frankfurt am Main kamen etwa 5000 Teilnehmer, wie der Marburger Bund mitteilte. Es sei die größte Kundgebung, die die Gewerkschaft je auf die Beine gestellt habe, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Ein Notdienst sollte in den Kliniken die Versorgung garantieren. Der Warnstreikaufruf richtete sich laut Gewerkschaft an alle Mediziner an tarifgebundenen Kliniken mit Ausnahme Hamburgs. Für kommunale Krankenhäuser in Berlin wurde zudem ein eigenständiger Tarifvertrag auf Landesebene ausgehandelt.

"Es hat sich großer Unmut über die Arbeitgeber angestaut", erklärte der Vorsitzende des Marburger Bunds, Rudolf Henke. Die Gewerkschaft hatte die Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) Mitte März nach drei Gesprächsrunden für gescheitert erklärt. Sie nannte das von den Arbeitgebern bislang vorgelegte Angebot für die rund 55.000 Ärzte an kommunalen Kliniken "nicht akzeptabel".

In allen entscheidenden Punkten hätten die die Arbeitgeber "auf der Bremse" gestanden, kritisierte Henke. "Wir haben auf eine Einigung am Verhandlungstisch gesetzt, aber ein Angebot erhalten, das wir als den Versuch verstehen müssen, uns die Selbstachtung zu nehmen." Deshalb müsse nun der Druck erhöht werden.

Die Tarifverhandlungen waren im Januar gestartet. Der Marburger Bund fordert fünf Prozent mehr Gehalt bei einer einjährigen Vertragslaufzeit sowie eine Entlastung der Mediziner. Die Gewerkschaft will unter anderem eine exakte Erfassung der Arbeitszeit und die Einführung von Höchstgrenzen für Bereitschaftsdienste und vor allem Nachtdienste erreichen.

Die VKA bot nach eigenen Angaben 5,4 Prozent mehr Gehalt für die Ärzte, das in zwei Stufen jeweils Mitte 2019 und 2020 erhöht werden soll. Zudem solle es Verbesserungen bei der Wochenendarbeit und Entlastung bei Bereitschaftsdiensten geben.

Nach Angaben der Gewerkschaft würde das Arbeitgeberangebot bei einer Gesamtlaufzeit von zweieinhalb Jahren lediglich 1,4 Prozent Gehaltserhöhung für 2019 und 0,83 Prozent für 2020 bringen. Dies mache die Ärzte "zu bloßen Bittstellern". Die geforderte Begrenzung der Bereitschaftsdienste werde völlig ignoriert.


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