07.04.2019, 07:50 Uhr

Caracas (AFP) Guaidó schwört Anhänger auf "Endphase" im Kampf gegen Maduro ein

Guaidó vor Anhängern in Caracas. Quelle: AFP/Matias Delacroix (Foto: AFP/Matias Delacroix)Guaidó vor Anhängern in Caracas. Quelle: AFP/Matias Delacroix (Foto: AFP/Matias Delacroix)

Landesweite Proteste gegen Venezuelas Staatschef - Zwei Abgeordnete festgenommen

Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó hat seine Anhänger auf die entscheidende Phase im Machtkampf mit Staatschef Nicolás Maduro eingeschworen. "Alle auf die Straße, zur Schlussphase zur Beendigung der Usurpation", sagte der selbsternannte Übergangspräsident am Samstag vor tausenden Unterstützern in der Hauptstadt Caracas. Auch Maduro mobilisierte seinen Anhänger. Der umstrittene Präsident erneuerte seine Forderung nach Verhandlungen.

Guaidó appellierte an seine Anhänger, den Druck auf Maduro aufrecht zu erhalten. Für Mittwoch rief er zu neuen Massenprotesten auf. Die Regierungsgegner protestierten am Samstag auch in mehreren anderen Städten gegen den umstrittenen Präsidenten.

In Venezuelas zweitgrößter Stadt Maracaibo im Westen des Landes seien bei der gewaltsamen Auflösung einer Demonstration zwei Abgeordnete der Opposition vorübergehend festgenommen worden, sagte die Parlamentarierin Adriana Pichardo. Die Abgeordnete Elimar Díaz sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Protest in Maracaibo sei von Sicherheitskräften "brutal" unterdrückt worden. Dort seien Panzer eingesetzt worden. Zudem sei aus Helikoptern Tränengas auf die Demonstranten abgegeben worden.

Maduro ließ am Samstag tausende Menschen in Caracas gegen den "Imperialismus" protestieren. Der linksnationalistische Staatschef rief zu einem "großen Friedensdialog" unter internationaler Vermittlung auf. Neben Mexiko und Uruguay könnten sich Bolivien und die Karibikstaaten daran beteiligen, sagte Maduro. Guaidó lehnt Verhandlungen mit dem Präsidenten allerdings ab.

Der Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó lähmt das Land schon seit Monaten. Venezuela leidet zudem unter einer beispiellosen Wirtschaftskrise mit dramatischen Versorgungsengpässen. In den vergangenen Wochen kam es wiederholt zu massiven Stromausfällen.

Guaidó wird von den USA und mehr als 50 weiteren Staaten unterstützt. Washington hatte am Freitag mit weiteren Sanktionen gegen den staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA den Druck auf die Regierung in Caracas erhöht.

Guaidó, der sich im Januar selbst zum Interimsstaatschef erklärt hatte, ist Präsident des venezolanischen Parlaments. Die regierungstreue verfassungsgebende Versammlung hatte ihm am Dienstag die parlamentarische Immunität entzogen. Gegen den Oppositionsführer laufen Ermittlungen wegen des Vorwurfs, die Amtsbefugnisse des Präsidenten widerrechtlich an sich gerissen zu haben.


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