29.03.2019, 10:37 Uhr

Grand Rapids (AFP) Trump triumphiert bei erstem Wahlkampfauftritt nach Mueller-Bericht

Trump in Grand Rapids. Quelle: AFP/Nicholas Kamm (Foto: AFP/Nicholas Kamm)Trump in Grand Rapids. Quelle: AFP/Nicholas Kamm (Foto: AFP/Nicholas Kamm)

US-Präsident beleidigt politische Gegner und lobt sich selbst

Bei seiner ersten Kundgebung nach der Vorlage des Berichts von Sonderermittler Robert Mueller hat US-Präsident Donald Trump groß aufgetrumpft. In einer Rede vor Anhängern in einem Stadion in Grand Rapids im Bundesstaat Michigan am Donnerstag beschimpfte und beleidigte der Präsident seine politischen Gegner und Kritiker - und lobte seine eigenen Leistungen in den Himmel.

Der Sonderermittler Mueller habe festgestellt, dass es keine Zusammenarbeit zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland gegeben habe, rief Trump seinen Anhängern zu. Nun müssten die oppositionellen Demokraten entscheiden, ob sie mit ihrem "lächerlichen Scheiß und ihren parteiischen Untersuchungen weitermachen wollen, oder ob sie sich bei den Amerikanern entschuldigen wollen".

Nach dem Mueller-Bericht hingen die Demokraten "am Beatmungsgerät", rief Trump triumphierend. "Ihr Betrug wurde entlarvt, und die Glaubwürdigkeit derjenigen, die diesen Betrug vorangetrieben haben, ist für immer zerstört." Die Demokraten seien "krank, krank. Das sind kranke Leute." Den Auftraggebern der Untersuchung drohte Trump, sie zur "Rechenschaft" zu ziehen. Die Menge antwortete mit "Sperrt sie ein!"-Rufen.

Kritische Medien bezeichnete Trump als "korrupt", Journalisten als "betrügerisch". Seine Anhänger brachen daraufhin wie auf Kommando in Buh-Rufe aus. Der Präsident lobte die angeblichen Errungenschaften seiner Amtszeit: "Die Wirtschaft läuft so gut wie nie, das Kalifat des Islamischen Staats ist zu 100 Prozent zerstört, und drei Jahre von Lügen und Verleumdungen, der Betrug der Russland-Ermittlungen ist endlich vorbei."

Großen Raum in Trumps Rede nahm sein Wahlsieg vom November 2016 ein, der ein herausragendes geschichtliches Ereignis gewesen sei: "So etwas ist noch nie in der Geschichte dieses Landes und in der Geschichte der meisten Länder passiert."

In Michigan hatte Trump kurz vor der Wahl 2016 den letzten Auftritt seines Wahlkampfes absolviert. Er gewann den traditionell zu den Demokraten tendierenden Bundesstaat bei der Wahl. Bei den Zwischenwahlen zum Kongress im vergangenen Herbst hatten die Demokraten in Michigan jedoch wieder zulegen können. Es ist keineswegs sicher, dass Trump den Bundesstaat bei der Präsidentschaftswahl 2020 erneut gewinnt.

Eineinhalb Jahre vor der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA läuft quasi bereits der Wahlkampf. Zahlreiche Politiker der Demokraten verkündeten bereits ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Partei.


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