29.03.2019, 11:14 Uhr

Nürnberg (AFP) Zahl der Arbeitslosen durch Frühjahrsbelebung um 72.000 gesunken

Zahl der Arbeitslosen gesunken. Quelle: dpa/AFP/Fabian Sommer (Foto: dpa/AFP/Fabian Sommer)Zahl der Arbeitslosen gesunken. Quelle: dpa/AFP/Fabian Sommer (Foto: dpa/AFP/Fabian Sommer)

2,3 Millionen Menschen in Deutschland jobsuchend

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist durch die einsetzende Frühjahrsbelebung von Februar auf März um 72.000 gesunken. Damit waren noch 2,3 Millionen Menschen jobsuchend, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte. Gegenüber dem März des Vorjahres lag die Arbeitslosenzahl um 157.000 niedriger. Die Arbeitslosenquote verringerte sich auf 5,1 Prozent.

BA-Chef Detlef Scheele sagte, "obwohl der konjunkturelle Rückenwind nachgelassen hat, entwickelt sich der Arbeitsmarkt alles in allem weiter günstig". So stieg auch die Zahl der Beschäftigten weiter an, außerdem gab es im März rund 800.000 bei der BA gemeldete freie Stellen und damit 19.000 mehr Jobs als vor einem Jahr.

Trotz einer laut Scheele seit längerem festzustellenden Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarktentwicklung gebe es durch das sinkende Wirtschaftswachstum in Deutschland doch gewisse negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Sowohl auf lokaler Ebene als auch durch die weltwirtschaftliche Entwicklung mit Brexit und Handelsstreit mit den USA mache sich dies bemerkbar. Es sei zu sehen, "dass sich das Klima ein bisschen eintrübt", sagte Scheele.

Die aktuelle März-Arbeitslosigkeit ist aber dennoch die niedrigste seit der Wiedervereinigung. Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamts für Februar gab es zudem mit 44,82 Millionen Erwerbstätigen einen weiter spürbaren Anstieg der Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahr gab es demnach 482.000 Erwerbstätige mehr. Nach BA-Hochrechnungen waren davon im Januar 33,16 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 660.000 mehr als ein Jahr davor.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärte, sowohl dieses Plus bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung als auch weitere Fortschritte beim Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit sprächen für die Stärke des Arbeitsmarkts. Heil zeigte sich zuversichtlich, dass auch eine Verschlechterung der Wirtschaftslage bewältigt werden könne. "Für den Fall weltwirtschaftlich bedingter konjunktureller Einbrüche sind wir gerüstet."

Die Linken-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann erklärte hingegen, die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung sei "eine Alibiveranstaltung". So seien durch das neue Instrument "Teilhabe am Arbeitsplatz" 150.000 Jobs versprochen worden, gefördert würden bislang aber nur 6000 Menschen.


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