28.03.2019, 14:30 Uhr

Reykjavik (AFP) Isländischer Billigflieger WOW stellt Flugbetrieb ein

Maschine von WOW Air . Quelle: AFP/Archiv/JOEL SAGET (Foto: AFP/Archiv/JOEL SAGET)Maschine von WOW Air . Quelle: AFP/Archiv/JOEL SAGET (Foto: AFP/Archiv/JOEL SAGET)

Alle Flüge gestrichen

Eine weitere Billigfluggesellschaft verschwindet vom Himmel. WOW Air aus Island teilte am Donnerstag mit, dass nach erfolgloser Investorensuche der Flugverkehr komplett eingestellt wurde. Passagiere, die mit der Fluglinie reisen wollten, müssen nun auf andere Airlines ausweichen.

WOW Air war 2011 gegründet worden und hatte vor allem auf die zentrale Lage Islands im Nordatlantik gesetzt, um günstige Flüge zwischen Europa und Nordamerika anzubieten. Außerdem profitierte das Unternehmen von der wachsenden Beliebtheit von Island als Urlaubsziel. Die Airline beförderte rund ein Drittel aller Passagiere auf dem Weg dorthin.

Zuletzt war WOW Air aber immer stärker in finanzielle Schwierigkeiten geraten - unter anderem wegen des zunehmenden Konkurrenzkampfes der Fluggesellschaften und steigenden Kerosinpreisen, die erst im Februar auch die deutsche Germania hatten in die Pleite rutschen lassen. Anfang der Woche waren Übernahmegespräche mit dem Konkurrenten Icelandair erfolglos abgebrochen worden.

WOW Air rief die Passagiere dazu auf, nun nach verfügbaren Flüge mit anderen Airlines Ausschau zu halten. "Einige Airlines könnten angesichts der Umstände Flüge zu ermäßigten Preisen anbieten", erklärte das Unternehmen. Informationen darüber würden veröffentlicht, sobald sie verfügbar seien.

Am Flughafen Reykjavik waren am Donnerstag hunderte Passagiere gestrandet; 30 Flüge von WOW-Air-Maschinen nach Paris, New York und Montreal wurden gestrichen. Islands Regierung schätzte die Zahl der betroffenen Reisenden auf 4000, darunter rund 1300, die gegenwärtig unterwegs seien.

Insolvenzen von Fluggesellschaften hatten zuletzt wiederholt zu Forderungen nach mehr Rechten für Passagiere geführt. Zwar haben Pauschalreisende Anspruch auf eine Ersatzbeförderung, die ihr Reiseveranstalter organisieren muss, wenn eine Fluggesellschaft pleite geht. Kunden, die ihr Ticket direkt bei der Airline gekauft haben, haben einen solchen Anspruch nicht. Ihr Ticket verfällt, um Ersatz müssen sie sich selber kümmern.


0 Kommentare