27.03.2019, 13:27 Uhr

Köln (AFP) Kinder- und Jugendärzte begrüßen Pläne für Impfpflicht gegen Masern

Kreuz in einem Impfpass. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Marius Becker (Foto: dpa/AFP/Archiv/Marius Becker)Kreuz in einem Impfpass. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Marius Becker (Foto: dpa/AFP/Archiv/Marius Becker)

Verbandspräsident Fischbach: Das Gesetz muss kommen

Kinder- und Jugendärzte haben Überlegungen in der großen Koalition zur Einführung einer Impfpflicht gegen Masern begrüßt. "Kinder haben ein Recht darauf, immunisiert zu werden gegen potenziell tödliche Krankheiten", erklärte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach. Ein entsprechendes Gesetz müsse kommen. Er plädierte zudem für eine Impfpflicht für weitere Krankheiten wie Röteln, Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Mumps und Windpocken.

"Viele Behauptungen von Impfgegnern sind wissenschaftlich längst widerlegt", erklärte Fischbach mit Blick auf die Debatte um verpflichtende Masernimpfungen. Impfgegner stünden mit "ihrer Panikmache vor Nebenwirkungen, mit ihren Verschwörungstheorien und ihrer Ablehnung wissenschaftsbasierter Fakten inzwischen aber auf verlorenem Posten".

Eine Mehrheit der Gesellschaft sei für eine Impfpflicht. Nun gelte es, den Mehrheitswillen zügig umzusetzen. Nur mit einer gesetzlichen Impfpflicht sei das Ziel zu erreichen, Masern bis 2020 in Deutschland dauerhaft auszurotten, erklärte der BVKJ-Präsident.

Über eine Impfpflicht wurde in Deutschland bereits wiederholt diskutiert, vor allem nach regionalen schweren Masernausbrüchen. Anlass der aktuellen Debatte ist eine verstärkte Häufung von Masernfällen unter anderem im Raum Hildesheim.


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