26.03.2019, 11:27 Uhr

Berlin (AFP) Berliner Raser erneut wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Tatort am Kurfürstendamm. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Britta Pedersen (Foto: dpa/AFP/Archiv/Britta Pedersen)Tatort am Kurfürstendamm. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Britta Pedersen (Foto: dpa/AFP/Archiv/Britta Pedersen)

Neues Urteil rund drei Jahre nach tödlichem Rennen auf Kurfürstendamm

Im neu aufgelegten Prozess um ein tödliches Autorennen auf dem Berliner Kurfürstendamm sind die beiden Angeklagten erneut wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht folgte damit am Dienstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte im Prozess den Mordvorwurf hingegen zurückgewiesen.

Die inzwischen 27 und 30 Jahre alten Männer sollen Anfang 2016 bei einem illegalen Rennen über mehrere rote Ampeln gerast sein. Dabei erfasste einer der beiden den Wagen eines 69-Jährigen, der noch am Unfallort starb.

Am Dienstag ging der bereits dritte Prozess gegen die beiden zu Ende. Bereits im Februar 2017 wurden sie wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt - das bundesweit erste Mordurteil in einem derartigen Fall.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil allerdings im Frühjahr 2018 wieder auf. Der BGH betrachtete den bedingten Tötungsvorsatz, der Grundlage des Mordurteils war, als nicht ausreichend belegt.

Als die Männer in die Unfallkreuzung hineinfuhren, hatten sie nach Feststellung des Landgerichts keine Möglichkeit mehr, den Unfall zu verhindern. Dieser sei unumkehrbar in Gang gesetzt worden, noch bevor sie einen Tötungsvorsatz hätten fassen können.

Eine erste Neuauflage wurde im vergangenen August nach einem erfolgreichen Befangenheitsantrag gegen die Richter ausgesetzt. Seit November wurde der Fall neu verhandelt. Inzwischen handelt es sich aber nicht mehr um das erste Mordurteil in einem Raserprozess.

Seit Anfang März ist die Verurteilung eines Hamburger Rasers wegen Mordes zu lebenslanger Haft rechtskräftig, der mit einem gestohlenen Taxi einen tödlichen Unfall verursachte. Im Urteil wurde von einem bedingten Tötungsvorsatz ausgegangen, weil ihm das Leben anderer und auch das eigene Leben gleichgültig gewesen seien.


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