24.03.2019, 18:01 Uhr

London (AFP) May berät in Krisensitzung über weiteres Vorgehen im Brexit-Konflikt

Theresa May nach einem Gottesdienst am Sonntag. Quelle: AFP/Adrian DENNIS (Foto: AFP/Adrian DENNIS)Theresa May nach einem Gottesdienst am Sonntag. Quelle: AFP/Adrian DENNIS (Foto: AFP/Adrian DENNIS)

Medien: Brexit-Hardliner treffen Premierministerin in Chequers

Vor der womöglich entscheidenden Brexit-Woche hat Premierministerin Theresa May am Sonntag in einer Krisensitzung mit Parteikollegen über das weitere Vorgehen beraten. Die unter extremem Druck stehende Regierungschefin traf sich mit "ihren Kollegen" auf dem Landsitz Chequers, wie ein Regierungssprecher bestätigte.

Anwesend bei dem Treffen waren britischen Medienberichten zufolge unter anderen die Brexit-Hardliner Boris Johnson, ehemals Außenminister, sowie Jacob Rees-Mogg, der einen Brexit ohne Abkommen mit der Europäischen Union befürwortet.

Für Montag will May ihr Kabinett einberufen. Nach Informationen der "Sunday Times" und der "Mail on Sunday" wollen bei dieser Sitzung mehrere Minister May zum Rücktritt auffordern. Als mögliche Nachfolger werden Vize-Premierminister David Lidington und Umweltminister Michael Gove genannt.

Angesichts des heftigen Konfliktes in London um den Brexit-Kurs hatte der EU-Gipfel der britischen Regierung am Donnerstag einen Aufschub gewährt. Nimmt das britische Parlament das von May mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen doch noch an, wird der Brexit auf den 22. Mai verschoben.

Eine Parlamentsmehrheit für das Abkommen zeichnet sich aber weiterhin nicht ab; zweimal hatten die Abgeordneten es bereits mit deutlicher Mehrheit verworfen. May erwägt daher, auf eine dritte Abstimmung im Unterhaus zu verzichten.

Ohne einen Beschluss müsste London die EU bis zum 12. April über das weitere Vorgehen informieren. Es droht ein Brexit ohne Abkommen mit gravierenden Folgen für die Wirtschaft und die Menschen auf beiden Seiten des Ärmelkanals.


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