24.03.2019, 05:40 Uhr

Bangkok (AFP) Thailänder wählen erstmals seit Putsch 2014 ein neues Parlament

Wahlvorbereitungen in Narathiwat im Süden Thailands. Quelle: AFP/Madaree TOHLALA (Foto: AFP/Madaree TOHLALA)Wahlvorbereitungen in Narathiwat im Süden Thailands. Quelle: AFP/Madaree TOHLALA (Foto: AFP/Madaree TOHLALA)

51 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen

Erstmals seit dem Putsch im Jahr 2014 wird in Thailand am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Landesweit öffneten am Morgen 93.320 Wahllokale, wie der Generalsekretär der Wahlkommission, Jarungvich Phumma, mitteilte. Thailands König Maha Vajiralongkorn appellierte am Vorabend der Wahl an die 51 Millionen Stimmberechtigten, die "guten" Führer zu unterstützen, um "Chaos" zu vermeiden, wie alle Fernsehsender berichteten.

Im Mai 2014 hatte das Militär gegen die damalige Regierungschefin Yingluck Shinawatra geputscht. Junta-Chef Prayut Chan-O-Cha versprach damals zwar, die Macht binnen 18 Monaten an eine Zivilregierung zu übergeben. Die Parlamentswahl wurde aber mehrfach verschoben.

Die Wahl bedeutet nicht, dass die Demokratie in dem südostasiatischen Land vollständig wiederhergestellt wird. Im August 2016 hatte die Junta in einem umstrittenen Volksentscheid eine neue Verfassung durchgesetzt. Diese gibt der Armee unter anderem das Recht, sämtliche Mitglieder des Oberhauses zu bestimmen.

Beobachter rechneten mit einer hohen Wahlbeteiligung. "Die Menschen wollen wählen", sagte die Geschäftsfrau Apiyada Svarachorn am frühen Morgen in einem Wahllokal in der Hauptstadt Bangkok. Die Bevölkerung bleibe jedoch "gespalten". Bei der Wahl stehen sich die königstreue Junta und ihre Verbündeten sowie das Team um den Milliardär und Ex-Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gegenüber.

Beobachter erwarten ein gutes Abschneiden der mit dem Militär verbündeten Partei Phalang Pracharat und ihres Spitzenkandidaten, Junta-Chef Prayut. Dieser will nun ziviler Regierungschef werden.

Ungewiss ist, wen die sieben Millionen Erstwähler wählen. Viele von ihnen sind begeistert von dem telegenen Milliardär Thanathorn Joonruangrit. Der Politneuling ist ein Gegner der Junta und konnte mit einem starken Auftritt in sozialen Medien viele Anhänger gewinnen.

In der unangekündigten Mitteilung des Königspalastes erinnerte Vajiralongkorn an die Worte seines Vaters König Bhumibol Adulyadej aus dem Jahr 1969. Dieser hatte die Bevölkerung aufgerufen, "gute Leute zu unterstützen, welche die Gesellschaft führen und die schlechten Leute kontrollieren", damit letztere kein "Chaos anrichten" könnten.


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