22.03.2019, 11:47 Uhr

Berlin (AFP) Justizministerin Barley wirft Facebook Versagen beim Datenschutz vor

Facebook nach Sicherheitspanne in der Kritik. Quelle: AFP/Archiv/LOIC VENANCE (Foto: AFP/Archiv/LOIC VENANCE)Facebook nach Sicherheitspanne in der Kritik. Quelle: AFP/Archiv/LOIC VENANCE (Foto: AFP/Archiv/LOIC VENANCE)

Grünen-Politiker von Notz: Konzern stellt Profitinteressen vor Schutz seiner Nutzer

Nach der neuen Sicherheitspanne bei Facebook hat Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) dem US-Konzern eine "erschreckende Unprofessionalität" attestiert. "Wieder ist es ein Fehler im eigenen System", erklärte sie am Freitag in Berlin. Facebooks Versagen beim Schutz der persönlichen Daten von hunderten Millionen Menschen reiße nicht ab.

Das Online-Netzwerk hatte zuvor eingeräumt, die Passwörter von hunderten Millionen Nutzern in unverschlüsselter Form auf internen Servern gespeichert zu haben. Die Passwörter seien aber "niemals" für Außenstehende sichtbar gewesen und es gebe "bislang" keinen Hinweis darauf, dass Mitarbeiter sie missbraucht hätten, teilte das Unternehmen mit. Betroffen sind Nutzer der Dienste Facebook, Facebook Lite und Instagram.

"Meine Erfahrung ist: Facebook übernimmt immer erst dann Verantwortung, wenn das Unternehmen dazu gezwungen wird", erklärte Justizministerin Barley. So sei es auch jetzt wieder. Sie rate allen Nutzern, ihre Passwörter zu ändern.

Der Vize-Fraktionschef der Grünen, Konstantin von Notz, kritisierte, die jüngsten Meldungen fügten sich "nahtlos in das Bild eines Konzerns ein, der seit Jahren die eigenen Profitinteressen vor den notwendigen Schutz seiner Nutzerinnen und Nutzer stellt". Facebook habe noch immer nicht begriffen, welche Bedeutung der Datenschutz und der IT-Sicherheit im digitalen Zeitalter zukomme.


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