18.03.2019, 16:09 Uhr

Maputo (AFP) Mehr als tausend Tote nach Zyklon in Mosambik befürchtet

Menschen flüchten sich in Beira auf Hausdach. Quelle: Mission Aviation Fellowship/AFP/Rick Emenaket (Foto: Mission Aviation Fellowship/AFP/Rick Emenaket)Menschen flüchten sich in Beira auf Hausdach. Quelle: Mission Aviation Fellowship/AFP/Rick Emenaket (Foto: Mission Aviation Fellowship/AFP/Rick Emenaket)

Offizielle Opferzahl bisher bei 84

Nach dem Durchzug des Zyklons "Idai" werden in Mosambik mehr als tausend Tote befürchtet. Die offizielle Opferzahl liege derzeit bei 84 Toten, doch nach einem Überflug über das Katastrophengebiet glaube er, "dass die Zahl der Toten auf mehr als 1000 ansteigen könnte", sagte Präsident Filipe Nyusi am Montag in einer Fernsehansprache. Begleitet von heftigem Regen und starken Böen hatte der tropische Wirbelsturm am Donnerstag Mosambik erreicht und war anschließend nach Simbabwe weitergezogen.

"Idai" löste Erdrutsche und Sturzfluten aus, entwurzelte Bäume, zerstörte Straßen, Krankenhäuser, Schulen, und Telefonleitungen. Unzählige Häuser und Brücken wurden von den Sturzfluten fortgerissen; viele Gebiete waren auch nach Tagen noch von der Außenwelt abgeschnitten.

Allein Mosambiks zweitgrößte Stadt Beira sei zu 90 Prozent beschädigt oder zerstört, berichtete das internationale Netzwerk von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond (IFRC) am Montag. Am Sonntag war ein Damm gebrochen und zerstörte auch noch die letzte offene Straße nach Beira. Die Lage in der Hafenstadt, in der rund 530.000 Menschen leben, sei "furchtbar", erklärte der IFRC-Katastrophenmanager für Afrika, Jamie LeSueur. "Das Ausmaß der Zerstörung ist gigantisch".

In Simbabwe meldeten die Behörden bislang 89 Todesopfer. Auch dort könnte die Opferzahl weiter steigen, da die Bergungsteams einige überflutete Gebiete noch nicht erreichen konnten. 150 Menschen wurden in Simbabwe vermisst.

Teilweise sehe es aus wie nach einem "schweren Krieg", sagte Simbabwes amtierender Verteidigungsminister Perrance Shiri. Verkehrsminister Joel Biggie Matiza sagte, noch nie habe es in seinem Land eine derartige "Zerstörung der Infrastruktur" gegeben.


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