05.07.2019, 13:08 Uhr

Bonn (AFP) Bischofskonferenz und Laien treiben Arbeit an Statut für synodalen Weg voran

ZdK-Präsident Sternberg (li.) und Kardinal Marx. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Rolf Vennenbernd)ZdK-Präsident Sternberg (li.) und Kardinal Marx. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Rolf Vennenbernd)

Verständigung auf weiteres Forum "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche"

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben erste Pflöcke für eine Zusammenarbeit beim sogenannten synodalen Weg eingeschlagen, den die Bischöfe als weitere Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal beschlossen hatten. Bei einem Treffen in Bonn stellten Mitglieder von DBK und ZdK am Freitag die Weichen für die Erarbeitung eines Statuts des neuen Formats, wie die Spitzen der beiden katholischen Organisationen mitteilten.

Zudem verständigte sich die gemeinsame Konferenz von Mitgliedern der Bischofskonferenz und des Laienkomitees auf ein viertes Forum des geplanten synodalen Wegs mit dem Arbeitstitel "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche", wie der DBK-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx und ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Rande des Treffens vor Journalisten berichteten.

Für die Einrichtung eines solchen Forums hatte sich das ZdK ausgesprochen. Die Mitarbeit der Frauen ist eines der strittigsten innerkatholischen Themen. Anders als etwa in der evangelischen Kirche können Frauen in der katholischen Kirche kein Priesteramt übernehmen.

Bei den drei anderen Foren soll es laut Beschluss der Bischofskonferenz von Mitte März um die Ehelosigkeit der Priester, den Umgang mit Macht in der Kirche und die Frage nach der Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral gehen. Die Bischofskonferenz hatte die Laien eingeladen, an dem synodalen Weg als einem neuen Format mitzuwirken. Für diese Mitwirkung ebneten beide Organisationen jetzt bei dem Treffen in Bonn den Weg.

Das Statut des synodalen Wegs soll nun bis Mitte September erarbeitet werden. Beginnen soll der synodale Weg dann voraussichtlich am ersten Advent. Der Münchner Kardinal Marx sagte am Rande der Bonner Konferenz, die Kirche stehe "vor großen Herausforderungen". Bei der weiteren Vorbereitung des gemeinsamen synodalen Wegs werde es "noch viel Arbeit und viele Diskussionen" geben, "aber das ist ja der Sinn der Sache".

ZdK-Präsident Sternberg hob hervor, das nun vereinbarte vierte Forum zur Rolle von Frauen in der Kirche sei "von außerordentlicher Wichtigkeit". Die Kirche sehe sich derzeit mit einem "Vertrauenseinbruch" konfrontiert, der bis in ihre eigenen "engsten Kreise" reiche. "Es ist eine riesige Arbeit, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen", fügte der Präsident der Laienorganisation hinzu.

Die gegenüber der Amtskirche kritische Laienorganisation Wir sind Kirche forderte, auch über die Weihe von Frauen zu diskutieren. Insgesamt müsse der synodale Weg zu konkreten Beschlüssen führen, grundlegende Reformen seien unabdingbar, schrieb die Gruppe in einem "Eilbrief" an die Bischöfe.


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