13.03.2019, 13:01 Uhr

Berlin (AFP) Merkel: Optionen nach britischem Votum "geringer geworden"

Angela Merkel. Quelle: AFP/John MACDOUGALL (Foto: AFP/John MACDOUGALL)Angela Merkel. Quelle: AFP/John MACDOUGALL (Foto: AFP/John MACDOUGALL)

Kanzlerin betont gegenseitiges Interesse an geordnetem Brexit

Nach dem erneuten Scheitern des Brexit-Abkommens im britischen Parlament sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Handlungsspielraum schwinden. "Es bleibt natürlich unser Ziel, dass es einen geordneten Austritt Großbritanniens gibt, aber durch den gestrigen Tag sind die Optionen natürlich geringer geworden", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. "Jetzt ist es an der britischen Seite erst einmal festzulegen, ob man überhaupt ein Abkommen möchte oder ohne Abkommen austreten möchte."

Die britische Premierministerin Theresa May war am Dienstagabend auch im zweiten Anlauf mit dem Abkommen zum EU-Austritt im Unterhaus gescheitert. Die Abgeordneten lehnten die Vorlage trotz weiterer Zusagen der EU erneut mit großer Mehrheit ab.

Am Mittwoch wollen die Parlamentarier darüber abstimmen, ob Großbritannien ohne Vertrag am 29. März aus der EU ausscheiden soll. Wird ein solcher "No Deal"-Brexit abgelehnt, entscheiden die Abgeordneten am Donnerstag darüber, ob die EU um eine Verschiebung des Austrittsdatums gebeten werden soll.

Merkel lehnte es ab, sich über die Modalitäten einer möglichen Verschiebung zu äußern. Vorher wolle die Bundesregierung die weiteren Parlamentsentscheidungen in London abwarten, um dann zu schauen, wie es weitergehen könne. Die Abstimmungen in London würden möglicherweise eine Richtung geben.

"Es bleibt dabei, dass es im gegenseitigen Interesse ist, dass wir zu einem geordneten Ausgang kommen", betonte Merkel. "Unsere Wünsche sind das Eine", sagte die Kanzlerin. Aber das, was wirklich zwischen beiden Seiten entschieden werden könne, bleibe Gegenstand eines Kompromisses.


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