13.03.2019, 10:32 Uhr

Wolfsburg (AFP) Volkswagen streicht bei seiner Kernmarke bis 2023 bis zu 7000 Stellen

VW-Werk in Emden. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jörg Sarbach (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jörg Sarbach)VW-Werk in Emden. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jörg Sarbach (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jörg Sarbach)

Autobauer will durch Sparkurs fit für Digitalisierung und Elektromobilität werden

Der Autobauer Volkswagen streicht bei seiner Kernmarke bis zum Jahr 2023 tausende Stellen. Das Unternehmen gehe davon aus, dass bis dahin "durch Automatisierung von Routinearbeiten etwa 5000 bis 7000 Stellen wegfallen", teilte VW am Mittwoch in Wolfsburg mit. Die Streichungen sollen demnach aufgefangen werden, indem Stellen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht wiederbesetzt werden.

Damit verschärft Volkswagen seine bereits angekündigten Sparmaßnahmen. Dadurch hatte die Marke bislang schon mehr als 6000 Stellen abgebaut. Der neu geplante Abbau entspricht etwa 15 Prozent der Verwaltungsstellen. Durch die Effizienzmaßnahmen will Volkswagen ab 2023 knapp sechs Milliarden Euro einsparen. Ziel ist, die operative Rendite von derzeit 3,8 Prozent auf mindestens sechs Prozent zu steigern.

Ein Abbau "entlang der demografischen Kurve" sei möglich, erklärte Finanzvorstand Arno Antlitz und verwies auf das große Potenzial durch Altersteilzeit für die Babyboomer-Generation. Das Management wolle bei seinen Sparmaßnahmen "konstruktiv" mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten.

Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte, dass die Altersteilzeit nicht nur für Mitarbeiter in der Verwaltung, sondern auch in der Produktion offen stehen soll. Altersteilzeit könne es zudem nur nach dem Prinzip der "doppelten Freiwilligkeit" geben: "Die jeweilige Aufgabe muss entfallen und betroffene Kolleginnen und Kollegen müssen früher in den Ruhestand wollen."

Andernfalls hätten sie Anrecht auf eine andere Aufgabe, die ihren Fähigkeiten entspricht – und für die sie falls nötig weitergebildet werden müssen. Osterloh verwies zudem auf die Beschäftigungssicherung, die noch "mindestens bis 2025" betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.

Durch den Umbau soll Volkswagen fit gemacht werden für das Zeitalter von Digitalisierung und Elektroautos. Wie Antlitz ankündigte, sollen im Bereich Software und Elektronikarchitektur rund 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Besonders das laufende Jahr soll laut dem Vorstand für die Transformation der Marke ein "Schlüsseljahr" werden.

Insgesamt sollen dem Autobauer zufolge die Investitionen in Zukunftsthemen bis 2023 auf 19 Milliarden Euro hochgefahren werden. Das seien acht Milliarden Euro mehr als ursprünglich für diesen Zeitraum vorgesehen.


0 Kommentare