11.03.2019, 14:25 Uhr

Berlin (AFP) Nach "Eberhard" bleibt es stürmisch

Ein vom Sturm abgebrochener Baum. Quelle: dpa/AFP/Peter Kneffel (Foto: dpa/AFP/Peter Kneffel)Ein vom Sturm abgebrochener Baum. Quelle: dpa/AFP/Peter Kneffel (Foto: dpa/AFP/Peter Kneffel)

Bahnverkehr am Montag noch teilweise gestört

Nach dem Durchzug von "Eberhard" bleibt es in Deutschland vorerst stürmisch: Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge setzt sich das unbeständige Wetter bis zum Wochenende fort. Am Dienstag greifen die Ausläufer von Sturmtief "Franz" auf Deutschland über, der Wind frischt im Westen und Norden auf. Nach dem jüngsten Unwetter war der Bahnverkehr am Montag teilweise noch eingeschränkt, zahlreiche Züge fielen aus.

Sturmtief "Eberhard" zog am Sonntag und in der Nacht zum Montag in einem breiten Streifen von West nach Ost über Deutschland. Feuerwehr und Polizei rückten zu tausenden Einsätzen aus. Im Sauerland kam ein Mann ums Leben, als ein entwurzelter Baum auf einer Landstraße auf sein Auto stürzte. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Nachdem die Bahn in Nordrhein-Westfalen den Fern- und Regionalverkehr am Sonntag vorübergehend eingestellt hatte, rollten die Fernzüge am Montag wieder. Unter anderem die Strecke zwischen Wuppertal und Solingen sollte allerdings voraussichtlich noch bis zum Abend gesperrt bleiben. Einzelne Züge auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main fielen demnach aus. Zudem gab es im Regionalverkehr in Nordhrein-Westfalen und anderen Ländern wie Hessen noch Einschränkungen.

Meist ging es glimpflich mit Sachschäden an Autos, Häusern oder Oberleitungen ab. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, örtlich kam es vereinzelt zu Stromausfällen. Das Thüringer Dorf Mönchsberg war bis Montagmorgen von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem mehrere Bäume auf die einzige Zufahrtsstraße gestürzt waren. Zwölf Einwohner, die nicht mehr in ihre Häuser gelangten, wurden von Rotem Kreuz und Feuerwehr versorgt.

Ebenfalls in Thüringen wurde ein Autofahrer leicht verletzt, als er mit seinem Wagen am Sonntagabend bei Schleiz gegen einen umgestürzten Baum prallte. Mit dem Schrecken davon kam eine Familie auf der Autobahn 71 bei Sömmerda, deren Wohnwagengespann von einer Windböe erfasst wurde und umkippte. In Sachsen kippte ein Kleintransporter durch eine heftige Böe um, der Fahrer erlitt einen Schock.

In Düsseldorf wurde ein Autofahrer verletzt, als ein Baum auf seinen Wagen fiel. In Bonn wurden zwei Polizisten durch umherfliegende Holzteile verletzt. In Baden-Württemberg kamen zwei Insassen eines Autos, das bei Freiburg von einer Windböe erfasst wurde und sich überschlug, vorsorglich in ein Krankenhaus.

Dem DWD zufolge sind weitere Sturmtiefs im Anmarsch. "Ein Sturmtief jagt das nächste, und somit gibt es vorerst keine Chance, dass sich Hochdruckgebiete über Mitteleuropa durchsetzen", erklärte Diplommeteorologe Marco Manitta. Dies sei durchaus üblich für diese Jahreszeit.

Nach "Dragi" und "Eberhard" greifen am Dienstag die Ausläufer von Sturmtief "Franz" auf Deutschland über. Dabei können teilweise starke bis stürmische 60 bis 70 Stundenkilometer, an der Nordseeküste auch Sturmböen von bis zu 85 Stundenkolometern auftreten. Am Mittwoch droht in der Mitte und im Norden erneut Sturm - vereinzelt werden auch schwere Sturmböen erwartet.


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