11.03.2019, 10:23 Uhr

Berlin (AFP) Aufräumen nach "Eberhard": Bahnverkehr teilweise noch beeinträchtigt

Aufenthaltszug für gestrandete Reisende in Köln. Quelle: dpa/AFP/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Oliver Berg)Aufenthaltszug für gestrandete Reisende in Köln. Quelle: dpa/AFP/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Oliver Berg)

Zeitweilig von Außenwelt abgeschnittenes Dorf in Thüringen wieder erreichbar

Aufräumen nach "Eberhard": Nach dem Durchzug des Sturmtiefs ist der Zugverkehr auch am Montag teilweise noch beeinträchtigt gewesen. Zwar rollte der Fernverkehr von und nach Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Deutschen Bahn wieder. Einige Strecken waren wegen der Unwetterfolgen aber weiter gesperrt. Ein zeitweise von der Außenwelt abgeschnittenes Dorf in Thüringen war am Montag wieder erreichbar. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge sind weitere Sturmtiefs im Anmarsch.

Sturmtief "Eberhard" zog am Sonntag und in der Nacht zum Montag in einem breiten Streifen von West nach Ost über Deutschland. Feuerwehr und Polizei rückten zu tausenden Einsätzen aus. Im Sauerland kam ein Mann ums Leben, als ein entwurzelter Baum auf einer Landstraße auf sein Auto stürzte. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Der Sturm verursachte vor allem in Nordrhein-Westfalen massive Störungen im Bahnverkehr. Am Montag war im Fernverkehr unter anderem die Strecke Wuppertal-Solingen voraussichtlich noch bis zum Abend gesperrt. Einzelne Züge auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt fielen demnach aus. Dafür sollten viele Züge zusätzlich in Siegburg/Bonn, Montabaur und Limburg-Süd halten. Zudem gab es im Regionalverkehr in Nordhrein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz noch Einschränkungen.

Während des Sturmtiefs "Eberhard" wurden dem DWD zufolge in Alsfeld in Hessen Spitzenwerte mit Orkanböen von bis zu 126 Stundenkilometern gemessen, dicht gefolgt von Leipzig/Halle mit 123 Stundenkilometern und Chemnitz ebenfalls in Sachsen mit 120 Stundenkilometern. Auf den Bergen gab es sogar extreme Orkanböen, wie auf dem Feldberg im Schwarzwald mit 164 Stundenkilometern oder auf dem Brocken im Harz mit 153 Stundenkilometern.

Meist ging es glimpflich mit Sachschäden an Autos, Häusern oder Oberleitungen ab. Örtlich kam es vereinzelt zu Stromausfällen. Das Thüringer Dorf Mönchsberg war bis Montagmorgen von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem mehrere Bäume auf die einzige Zufahrtsstraße gestürzt waren. Zwölf Einwohner, die nicht mehr in ihre Häuser gelangten, wurden von Rotem Kreuz und Feuerwehr versorgt. Am Morgen räumten die Rettungskräfte die Straße frei.

Ebenfalls in Thüringen wurde ein Autofahrer leicht verletzt, als er mit seinem Wagen am Sonntagabend bei Schleiz gegen einen umgestürzten Baum prallte. In Düsseldorf wurde ein Autofahrer verletzt, als ein Baum auf seinen Wagen fiel. Insgesamt rückten die Helfer in Düsseldorf zu rund 300 Einsätzen aus, auch in Essen gab es mehr als 200 Einsätze. In Bonn wurden zwei Polizisten durch umherfliegende Holzteile verletzt, als sie eine Baustelle sichern wollten. Sie kamen in ein Krankenhaus.

Auch in München rückte die Feuerwehr zu mehr als 150 Einsätzen aus. Im baden-württembergischen Reutlingen stürzte ein Baum auf einen leeren Zirkuswagen. Daraufhin wurde das benachbarte Zirkuszelt, in dem gerade eine Vorführung mit etwa 250 Besuchern lief, vorsorglich geräumt.

Dem DWD zufolge setzt sich das unbeständige und zum Teil stürmische Wetter bis zum Wochenende fort. "Ein Sturmtief jagt das nächste", hieß es. Am Dienstag greifen die Ausläufer von Sturmtief "Franz" auf Deutschland über. Der Wind frischt im Westen und Norden auf. Auch am Mittwoch bleibt es stürmisch.


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